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Lars Bystöl hat seit dem 11. März kein Weltcup-Springen mehr bestritten © getty

Der Olympiasieger ist positiv getestet worden. Ein narkotisierender Wirkstoff aus der Hanfpflanze wurde beim Norweger entdeckt.

Oslo - Kurz vor dem Springen in Zakopane (16 Uhr LIVE ) hat auch das Skispringen einen Dopingskandal: Olympiasieger Lars Bystöl aus Norwegen hat eine positive Probe abgeliefert.

Wie der 30-Jährige dem Boulevardmagazin "Se og Hör" bestätigte, wurde er im November 2008 bei einer kleineren Konkurrenz in Vikersund positiv auf das psychoaktive Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) getestet.

Das Narkotikum ist Hauptwirkstoff der Hanfpflanze und somit nach Cannabis-Konsum nachweisbar.

In Wassilijews Spuren

"Dabei handelt sich nicht um ein leistungsförderndes Mittel, ich habe es auch nicht in einer Wettkampfsituation genommen", sagte Bystöl, dem dennoch eine Sperre droht. In vergleichbaren Fällen wurden Sportler in der Vergangenheit bereits für rund ein halbes Jahr aus dem Verkehr gezogen.

Für den bis dato einzigen Dopingskandal in der Geschichte des Skispringens hatte der aktuell beste Russe Dimitri Wassilijew gesorgt, dem bei der Vierschanzentournee 2000/2001 der Gebrauch des Entwässerungsmittels Furosemid nachgewiesen worden war.

Der bei dieser Tournee zweimal auf Platz drei gelandete Wassilijew wurde damals für zwei Jahre gesperrt. Ex-Bundestrainer Wolfgang Steiert als russischer Chefcoach sagte dazu: "Dimitri hat daraus gelernt, so etwas wäre heute nie mehr möglich, weil wir so viele Dopingkontrollen machen."

In Verruf wegen Alkoholeskapaden

Bystöl, 2006 in Turin Goldmedaillengewinner auf der Normalschanze, hatte seinen Platz in der norwegischen Nationalmannschaft zu Beginn der Saison wegen anhaltend schwacher Leistungen verloren.

Der 30-Jährige, der vor drei Jahren zudem Bronze mit der Mannschaft und von der Großschanze gewann, war schon früher mehrfach negativ aufgefallen. 2001 saß er 24 Tage im Gefängnis, weil er stark alkoholisiert (2,38 Promille) Auto gefahren war. 2003 erlitt er bei einem Sturz ins Hafenbecken von Oslo in alkoholisiertem Zustand einen Kieferbruch.

2005 flog er schon einmal wegen zahlreicher Alkoholeskapaden aus der Nationalmannschaft, 2007 verlor er nach einer Alkoholfahrt seinen Führerschein.

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