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Gregor Schlierenzauer sammelt Rekorde auf der neuen Olympiaschanze in Vancouver © imago

Gregor Schlierenzauer springt auf der neuen Olympiaschanze in einer eigenen Liga. Martin Schmitt fehlt es in Übersee an Frische.

Vancouver/Leipzig - Ausgerechnet bei der Olympia-Generalprobe der Skispringer in Vancouver hat der wettkampfmüde Martin Schmitt einen kleinen Rückschlag erlitten.

"Ich war etwas müde, die Wettkämpfe und die WM-Vorbereitung schlauchen", entschuldigte der Furtwanger nach den Plätzen 7 und 14 seinen "Hänger" nach wochenlangen Topleistungen.

Die Weltcup-Premiere auf der großen Olympiaschanze in Kanada endete mit zwei Siegen von Österreichs Überflieger Gregor Schlierenzauer, der zudem mit 149 Metern einen kaum für möglich gehaltenen Schanzenrekord stand und mit 1320 Punkten das Gelbe Trikot des Gesamt-Führenden eroberte.

"Die Frische fehlt" bei Schmitt

"Jetzt merkt man, dass die Frische fehlt", urteilte Bundestrainer Werner Schuster nach dem für Martin Schmitt nur durchschnittlichen Abschneiden im gleißenden Sonnenlicht des Callaghan Valley etwa 100 Kilometer nördlich der Olympia-Metropole Vancouver.

Immerhin schaffte sein eigentlicher Paradeflieger in Kanada noch seinen 11. Top-Ten-Platz im aktuellen Winter, liegt in der Gesamtwertung weiter auf Platz vier und bekommt nun zwei Wochen Wettkampfpause verordnet.

"Um das Podest anzugreifen, fehlt etwas die Explosivität. Wir sind alle Weltcups gefahren, während fast alle anderen schon ausgelassen haben. Das merkt man bei Martin", sagte Schuster.

Uhrmann unter Wert

Schmitt und auch der in Vancouver auf den Rängen 15 sowie 17 etwas unter Wert geschlagene Michael Uhrmann (Schuster: "Er hatte wieder einen kleinen Fehler in der Anfahrtsposition.") werden deshalb die kommenden Weltcups in Sapporo (31. Januar/1. Februar) nicht bestreiten und sich im Heimtraining konzentriert auf die WM in Liberec (18. Februar bis 1. März) vorbereiten.

In Japan wird stattdessen wieder Michael Neumayer (Berchtesgaden) springen, der in Vancouver wegen leichter gesundheitlicher Probleme nicht zum Team gehörte.

Außer Schmitt und Uhrmann holten noch Stephan Hocke (Schmiedefeld/23. und 22.), Felix Schoft (Partenkirchen/einmal 20.) und Severin Freund (Rastbüchl/einmal 28.) beim Übersee-Trip nach Kanada Weltcup-Punkte.

"Schliri" schon im ersten Test vorn

Schlierenzauer feierte am Samstag seinen sechsten Saisonsieg (Schlierenzauer nicht zu stoppen) und verwies dabei Vierschanzentournee-Gewinner Wolfgang Loitzl (Österreich) sowie Matti Hautamäki (Finnland) auf die nächsten Plätze.

Am Sonntag segelte Schlierenzauer dann bei grenzwertigem Aufwind sogar auf 149 Meter und ließ Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern (Österreich) sowie Ville Larinto (Finnland/konnte ebenfalls 149 Meter im Finale nicht stehen) hinter sich.

Österreichs Skispringer bleiben 2009 weiter unbesiegt und feierten in Vancouver die Doppelsiege 3 sowie 4 in Folge.

"Lässige Schanze"

"Ich finde die Schanze echt lässig und komme super zurecht", meinte Schlierenzauer. Der erst 19 Jahre alte Skiflug-Weltmeister aus Fulpmes im Stubaital ergänzte: "Ich will nicht über Olympia reden, das ist noch sehr lange hin."

In das Lob für das 65 Millionen Euro teure Schanzen-Projekt 100 Kilometer nördlich der Olympia-Stadt Vancouver stimmte auch Schuster ein.

"Die Flugkurve ist toll, die Anlage stellt hohe Anforderungen. Wir denken, dass wir hier in einem Jahr olympische Konkurrenzen auf hervorragendem Niveau erleben werden."

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