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Severin Freund war 2011 und 2012 Deutscher Meister im Einzel © getty

Freitag und Wellinger setzen in Sotschi mit den Plätzen zwei und drei den Höhenflug fort. Freund bleibt in Gelb. Kofler gewinnt.

Sotschi - Richard Freitag und Andreas Wellinger auf dem Podest, Severin Freund im Gelben Trikot, unglaubliche fünf DSV-Adler in den Top 10: Die deutschen Skispringer haben ihre tollkühne Flugshow auf der kleinen Olympiaschanze im russischen Sotschi fortgesetzt. (DATENCENTER: Der Weltcup)

Während Freitag (Aue) am Sonntag nur dem Österreicher Andreas Kofler den Vortritt lassen musste und nach neun Monaten wieder auf dem Treppchen stand, reichte Freund (Rastbüchl) ein fünfter Platz, um die Führung im Gesamtweltcup zu behaupten. (BERICHT: Zweiter! Freund weiter auf Erfolgswelle)

"Ich bin sehr, sehr zufrieden mit diesem tollen Resultat. Wir haben heute unsere Stärke und Dynamik nahezu perfekt in Ergebnisse umgesetzt", sagte Bundestrainer Werner Schuster dzu der eindrucksvollen deutschen Team-Leistung.

Geiger überrascht

Hinter dem erst 17 Jahre alten Senkrechtstarter Wellinger (Ruhpolding), der bei seinem fünften Weltcup-Start als Dritter erstmals auf das Podest sprang, überraschte Karl Geiger (Oberstdorf) als Sechster.

Andreas Wank (Oberhof) landete auf einem ebenfalls starken zehnten Platz. "Der heutige Tag hat verdammt viel hergegeben. Die Jungs haben wahnsinnig tolle Sprünge gemacht", sagte Schuster.

Hoffnung für Vierschanzen-Tournee

Drei Wochen vor der Vierschanzentournee wachsen damit auch die Hoffnungen bei den DSV-Adlern. "Es wäre schön, wenn wir dort einmal auf dem Podest landen oder sogar einen Tagessieg feiern. Aber man darf jetzt nicht glauben, dass wir alles in Grund und Boden springen", so Schuster.

Letzter deutscher Tagessieger bei der Tournee war Sven Hannawald im Dezember 2002 in Oberstdorf.

Kofler deutlich besser

Dem schwach in die Saison gestarteten Freitag fehlten zum zweiten Sieg seiner Karriere allerdings deutliche 9,6 Punkte auf den überragenden Kofler, der seinen ersten Saisonsieg feierte.

"Richie wird immer lockerer. Für ihn geht es darum, weiter auf dieser Welle zu reiten", hatte Bundestrainer Werner Schuster schon nach Freitags sechstem Rang am Samstag gesagt. Zuletzt hatte der 21-Jährige im März in Trondheim auf dem Treppchen gestanden.

Wiederholung von 2011

Zwei Deutsche auf dem Podest hatte es zuletzt im Dezember 2011 gegeben, als das "fliegende Doppelzimmer" Freitag und Freund in Harrachov die Ränge eins und drei belegte. Diesmal war das Gesamtergebnis aber noch eindrucksvoller:

Wie schon am Vortag schafften es alle sieben deutschen Starter in den zweiten Durchgang und holten Punkte. Michael Neumayer (Berchtesgaden) wurde 22., Danny Queck (Lauscha) holte den 26. Platz.

Freund schwächelt bei Landung

Freund zeigte in beiden Durchgängen Schwächen bei der Landung, nach dem ersten Durchgang lag er sogar nur auf Rang zehn.

Seinen Vorsprung im Gesamtweltcup auf Gregor Schlierenzauer baute der Bayer dennoch auf 52 Punkte aus, da der Österreicher nur auf Rang 25 kam. "Das war eine gescheite Watsch'n", sagte der 22-Jährige, der am Samstag noch seinen 42. Weltcup-Sieg gefeiert hatte.

Schlierenzauer kurz vor Rekord

In der ewigen Bestenliste liegt nur noch Skisprung-Legende Matti Nykänen vor Schlierenzauer, der die 46 Siege des Finnen schon bei der Vierschanzentournee einholen kann.

Den Höhenflug der deutschen Konkurrenz bewertete der Tournee-Gewinner als positiv: "Man merkt, dass sie sehr stark sind. Das sind keine Maschinen, sondern Menschen. Ein toller Konkurrenzkampf ist gut für unseren Sport." (BERICHT: Überflieger Freund und Wellinger im Höhenrausch)

Queck mit ersten Punkten

Die ersten Weltcup-Punkte seiner Karriere sammelte Danny Queck (Lauscha) auf den Plätzen 19 und 26. Der 23-Jährige sendete damit auch ein Zeichen an Martin Schmitt, der sich vor der Vierschanzentournee im zweitklassigen Continental Cup für eine Rückkehr ins A-Team empfehlen will.

Sein Saisonstart im kasachischen Almaty misslang allerdings: Am Samstag stürzte Schmitt im zweiten Durchgang und fiel vom vierten auf den enttäuschenden 26. Platz zurück, 24 Stunden später verpasste er als 31. sogar den zweiten Durchgang.

Kein schönes Ambiente

Erfolgreicher war das deutsche A-Team in Sotschi, echte Winter-Atmosphäre kam rund um die Olympiastadt von 2014 aber nur selten auf.

Während an der Schwarzmeer-Küste frühlingshafte Temperaturen von bis zu 15 Grad herrschten, gab es an den Schanzen im 60 Kilometer entfernten Krasnaya Polyana 6 Grad und Nieselregen.

Auch die Umgebung präsentierte sich im schlammigen Braun einer riesigen Baustelle. "Es sieht alles ziemlich nach Baustelle aus. Aber die Schanze war perfekt präpariert, Kompliment", sagte Neumayer.

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