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Andreas Wellinger gab sein Debüt im Weltcup am 24. November 2012 © imago

Der 17-jährige sichert sich mit der Tagesbestweite seinen zweiten Podestplatz. Freund rutscht in der Gesamtwertung auf Rang 2.

Engelberg/München - Shootingstar Andreas Wellinger fliegt als Zweiter erneut auf dem Podest, vier DSV-Adler unter den Top 10.

Nur der Verlust des Gelben Trikots von Severin Freund trübte ein wenig die ansonsten hoffnungsvolle Generalprobe der deutschen Skispringer vor der Vierschanzentournee.

Beim Weltcup in Engelberg/Schweiz weckte die in dieser Saison wiedererstarkte Mannschaft dennoch große Hoffnungen auf den ersten Tournee-Tagessieg seit zehn Jahren. (BERICHT: Platz vier: Freund verteidigt Gelb)

"Heute ist es fantastisch gelaufen", sagte Youngster Wellinger.

Wellinger mit Tagesbestweite

Der 17-Jährige feierte nach einer erneuten Galavorstellung mit 270,3 Punkten auf der Titlisschanze im Kanton Obwalden das beste Ergebnis seiner Karriere und musste sich eine Woche nach Platz drei in Sotschi nur dem Österreicher Gregor Schlierenzauer (273,7) geschlagen geben.

Der Schüler hatte nach dem ersten Durchgang noch auf Rang elf gelegen und sich dann mit der Tagesbestweite von 138,5 nach vorne geschoben.

Der Österreicher Andreas Kofler, der am Samstag gewonnen hatte, wurde punktgleich ebenfalls Zweiter.

Keine Enttäuschung bei Freund

Freund (Rastbüchl/261,1) hingegen verpasste als Sechster genau wie am Vortag, als er Vierter geworden war, das Treppchen - und verlor auch die Führung im Gesamtweltcup.

Schlierenzauer (448 Punkte/3 Saisonsiege) überholte Freund (430/2) ausgerechnet im letzten Springen vor der Vierschanzentournee (DATENCENTER: Der Weltcup).

"Es ist kein Problem, dass ich es verloren habe. Es ist noch so früh in der Saison, da braucht man sich um das Gelbe Trikot keine Gedanken darüber zu machen", sagte der 24 Jahre alte Freund: "Ich werde alles dafür tun, dass ich es zurückbekomme. Heute war der Gregor einfach besser."

"Die Weltspitze ist vorn sehr eng"

Wie 2011 geht Titelverteidiger Schlierenzauer aus der Alpenrepublik als Topfavorit in das erste Highlight des WM-Winters am 30. Dezember in Oberstdorf.

Freund muss sich nach dem starken Saisonauftakt aber nicht verstecken und reist mit viel Selbstvertrauen zur Tournee.

"Ich zähle zu dem Kreis, der vorne mitspringen kann. Aber es sind auch viele, die das können. Die Weltspitze ist vorn sehr eng zusammengeschoben", betonte der deutsche Vorflieger, der die Tage bis zum Auftaktspringen noch zum Training nutzen will: "Ich sehe in meinen Sprüngen noch Verbesserungspotenzial, aber ich habe ja noch ein paar Testtage."

Schuster mit großen Zielen

Diese Tage will auch Bundestrainer Werner Schuster nutzen, damit es bei der Tournee das beste deutsche Ergebnis seit vielen Jahren gibt.

"Wir wollen mal wieder einen Podestplatz in einem Einzelspringen bei der Tournee holen, das gab es schon viel zu lange nicht mehr", sagte der Österreicher.

2009 hatte Martin Schmitt, der momentan nur im zweitklassigen Continentalcup antritt, Platz drei in Innsbruck geholt. Der letzte deutsche Einzelsieg war Sven Hannawald in Oberstdorf 2002 ein Jahr nach seinem Gesamttriumph gelungen.

Wellinger im Weltcup vorne dabei

Vor dem Wochenende in Engelberg hatte Schuster moniert, dass neben Freund ein weiterer Springer in der absoluten Spitze fehlt.

Ausgerechnet Wellinger, der Jüngste im Team, könnte diese Rolle nun ausfüllen.

Durch seinen zweiten Podestplatz im siebten Weltcupspringen seiner Karriere hat sich der Bayer, der in der Gesamtwertung schon auf Platz vier liegt, ebenfalls in den Kreis der Mitfavoriten katapultiert und will in die Phalanx der Österreicher einbrechen.

Neumayer zufrieden

Auch der 33 Jahre alte Routinier Michael Neumayer (Berchtesgaden/261,3) als Fünfter und Richard Freitag (Aue/261,0) als Achter landeten am Sonntag unter den Top 10 und machten das erneut hervorragende Mannschaftsergebnis perfekt.

"Für mein Alter schlage ich mich ganz gut", sagte Neumayer.

Genau wie die anderen DSV-Adler.

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