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Michael Neumayer hat in seiner Karriere im Einzel bisher drei Podestplatzierungen geholt © getty

Das deutsche Quartett springt zum Auftakt der Team-Tour in Willingen auf Rang drei. Neumayer ist bester Deutscher.

Willingen - Auf dem Podest stand das deutsche Team zwar nur am Rand, gefeiert wurden die DSV-Adler von 13.000 Fans in der Party-Hochburg Willingen dennoch wie Sieger:

Mit Rang drei im Mannschaftsspringen erwischten die deutschen Skispringer nicht nur einen guten Start in die Team-Tour, sondern holten sich auch das nötige Selbstvertrauen für die WM in Val di Fiemme (20. Februar bis 3. März).

"Das Podium war mit Blick auf die WM gut für die Psyche, daher sind wir zufrieden. Dass es nach ganz vorne schwer wird, war klar", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

"Hier war wirklich alles möglich"

Das wahrscheinliche WM-Team Severin Freund (Rastbüchl), Richard Freitag (Aue), Michael Neumayer (Berchtesgaden) und Andreas Wellinger (Ruhpolding) sammelte in Hessen 963,7 Punkte, musste aber den überragenden Slowenen (990,4) und Vorjahressieger Norwegen (972,5) den Vortritt lassen.

"Hier war wirklich alles möglich", meinte Schuster und verbreitete für die WM Optimismus: "Wir haben die Möglichkeit, Gold zu gewinnen. Alle Medaillen sind drin", so der Österreicher.

Österreicher enttäuschen

Bester DSV-Adler an der Mühlenkopfschanze war der schon zuletzt starke Neumayer mit Sprüngen auf 139,5 und 133,5 Meter.

"Der erste Flug war eine Sensation, der zweite in Ordnung", sagte der Routinier.

Noch nach seiner WM-Form sucht dagegen der erst 17 Jahre alte Wellinger, der bei 128,5 und 130,0 m landete.

"Leider waren wir nicht auf allen vier Positionen gleich gut besetzt, Andi ist etwas zu kurz gesprungen", sagte Schuster.

Olympiasieger Österreich mit dem erst am Morgen eingeflogenen Vierschanzentournee-Gewinner Gregor Schlierenzauer wurde mit 958,6 Punkten nur Vierter (DATENCENTER: Der Weltcup).

Neumayer genießt die Stimmung

Begonnen hatte der Wettbewerb für das deutsche Team nach Maß: Startspringer Neumayer katapultierte das DSV-Quartett mit seinem Flug auf 139,5 Meter gleich auf Platz eins und brachte den Hexenkessel im Sauerland zum Kochen.

"Ich bin wieder voll auf den Zug aufgesprungen. Die Stimmung war einfach fantastisch", sagte Neumayer, während die Fans für ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer sorgten.

Freitag mit "Sprüngen fürs Gefühl"

Anschließend jedoch fiel das DSV-Quartett zurück und musste allen voran die schon vor vier Wochen in Zakopane erfolgreichen Slowenen mit Skiflug-Weltmeister Robert Kranjec, Jurij Tepes, Jaka Hvala und Peter Prevc ziehen lassen.

Zur Pause lag Deutschland hinter Slowenien und Norwegen auf Rang drei, ehe Freitag das deutsche Team zwischenzeitlich wieder auf Platz zwei brachte.

"Ich bin froh, wieder dabei zu sei. Die Sprünge waren fürs Gefühl, die nehme ich mit", sagte der Qualifikations-Gewinner von Freitag, der zuletzt in Harrachov pausiert hatte.

Schmitt ernüchtert

Ganz nach vorne wie beim ersten Team-Wettbewerb Ende November in Kuusamo reichte es allerdings nicht mehr, am Ende leuchtete Rang drei auf der Anzeigetafel auf.

Dennoch zeigt die Formkurve der DSV-Mannschaft nach oben: Vor vier Wochen in Zakopane hatte es nur zum vierten Platz gereicht.

Nicht zum DSV-Team gehörte am Samstag wie erwartet Altmeister Martin Schmitt. Dem Ex-Weltmeister hilft am Sonntag im Einzel nur ein Top-Resultat, um doch noch das WM-Ticket zu lösen.

"Klar ist die WM noch im Hinterkopf", hatte der 35-Jährige schon nach der Qualifikation gesagt: "Aber fünf Leute haben die Norm erfüllt und werden wohl nach Predazzo fahren. Davon bin ich ein Stück weit weg, wie man gesehen hat."

Freitag in Podest-Laune?

Am Sonntag (ab 14 Uhr im LIVE-TICKER) steht in Willingen das erste Einzelspringen der neuntägigen Tour auf dem Programm.

Mit seinem Sieg in der Qualifikation hatte Freitag am Eröffnungs-Freitag Hoffnungen auf seinen ersten Saisonsieg geweckt.

Die weiteren Stationen bei der Jagd auf den 100.000-Euro-Jackpot sind ab Dienstag Klingenthal und anschließend Oberstdorf.

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