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Martin Schmitt gewann bisher viermal Gold bei einer Nordischen Ski-WM © getty

Bei der WM in Liberec springt der Deutsche von der Normalschanze vorne mit. Am Ende jubeln aber einmal mehr zwei Österreicher.

Liberec - Martin Schmitt verpasste die anvisierte Medaille als Fünfter um 5,5 Punkte, dafür krönte sich Wolfgang Loitzl in Liberec zum ersten österreichischen Einzel-Weltmeister im Skispringen seit 18 Jahren.

Während der Tourneesieger an einem eiskalten Abend am Berg Jested einen Austria-Doppelsieg krönte, schaffte "Pechvogel" Michael Uhrmann am Tag nach seinem schweren Sturz einen respektablen 15. Platz.

"Ich nehme das mit Humor. Mit ein bisschen Glück wäre es möglich gewesen, aufs Podest zu kommen", sagte Schmitt und winkte enttäuscht ab: "Ich habe einen guten Wettkampf gezeigt, aber nach ganz vorn hat halt ein Stück gefehlt."

Der viermalige Weltmeister erhielt auf der Normalschanze 269,0 Punkte für Sprünge auf 100,5 und 98 Meter - das waren umgerechnet 275 Zentimeter zu wenig für die anvisierte Medaille.

Olli verliert die Nerven

Loitzl krönte seinen perfekten Winter mit dem in Österreich seit dem Triumph von Heinz Kuttin 1991 ersehnten Titel und hüpfte völlig losgelöst aufs Siegerpodest.

Mit 282,0 Punkten für Sprünge auf 103,5 und 99 Meter siegte er vor seinem Landsmann Gregor Schlierenzauer (275,0) und Simon Ammann aus der Schweiz (274,5).

Der nach dem ersten Durchgang noch führende Finne Harri Olli verlor die Nerven und stürzte nach einem 87-Meter-Hüpfer noch auf Platz 13 ab.

DSV will mit Schuster verlängern

Das gute deutsche Teamresultat komplettierten Michael Neumayer (247,5) als 17. und Stephan Hocke (243, 5) auf Platz 19.

"Martin und die anderen Jungs haben einen guten Wettkampf gebracht, aber zur Medaille hat es nicht gereicht. Die Dominatoren haben gesiegt", kommentierte Bundestrainer Werner Schuster.

Trotz des verpassten Podestplatzes will der DSV den Vertrag mit Schuster vorzeitig bis 2014 verlängern. "Er ist ein ganz großer Trainer und hat unwahrscheinlich viel bewegt", sagte Sportdirektor Thomas Pfüller

Hoffnung auf Team-Wettkampf

Michael Uhrmann war hingegen nicht so recht zufrieden: "Für einen 15. Platz kann man sich nichts kaufen, aber wir haben gezeigt, dass wir im Team um eine Medaille kämpfen können."

Der 30-Jährige stellte sich am Tag nach seinem schweren Trainingssturz trotz einer schweren Schulterprellung und Blessuren am Bein der Konkurrenz.

"Ich habe Schmerzen, aber es überwiegt die Erleichterung, dass nichts Größeres kaputt ist", sagte Uhrmann: "Die Verletzung schränkt mich nicht groß ein."

Obwohl es bis zur völligen Beschwerdefreiheit einige Zeit dauern werde, will Uhrmann bis zur Großschanzenentscheidung im Team am 28. Februar fit für den Angriff auf die Medaille sein.

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