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Schmitts bestes WM-Resultat von der Normalschanze war 2001 in Lahti Silber © imago

Martin Schmitt hadert nach Platz fünf von der Normalschanze mit dem zweiten Sprung. Doch "Wolfi" Loitzl ist ein logischer Sieger.

Liberec - Platz fünf und um 5,5 Punkte am Podest vorbeigeflogen - doch Martin Schmitt hatte sich nach ein paar Bier in der deutschen "Fliegerpension" und einem Lob aus dem Team des strahlenden Weltmeisters Wolfgang Loitzl schnell wieder gefangen.

"Heulen hilft jetzt auch nix. Das Podest wäre nicht unmöglich gewesen, aber da müssen wir die Medaille halt jetzt im Team holen", sagte der viermalige Weltmeister mit süßsaurer Miene.

Als Trost durfte er an der Siegerehrung der besten sechs teilnehmen und schlief am Sonntag lange aus.

Bundestrainer Werner Schuster bekam lobende Worte vom Sportdirektor des Austria-Teams, das mit einer rauschenden Party bis tief in die Nacht den ersten Einzel-Titel bei einer WM seit 18 Jahren (Heinz Kuttin 1991) feierte.

Angebot für Schuster

"Toni Innauer hat gratuliert und gesagt, dass sich das deutsche Team sehen lassen kann. Aber bei der WM geht es halt um Medaillen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Immerhin bekam der Österreicher trotz der verpassten Medaille vom Deutschen Skiverband eine Angebot für eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2014, über das er nachdenken will.

Schmitt sinnierte dagegen immer wieder über seinen zweiten Sprung, "bei dem ich im Flug ein bisschen zu viel angegriffen habe und alles verschenkt habe." (Schmitt fehlen knapp drei Meter)

Umgerechnet 275 Zentimeter fehlten dem viermaligen Weltmeister zur ersten deutschen WM-Einzelmedaille seit acht Jahren.

Loitzl ein logischer Sieger

Die Saison-Dominatoren Wolfgang Loitzl (282,0 Punkte), Gregor Schlierenzauer (275,0) und Simon Ammann (274,5) standen zurecht vor Schmitt (269,0), der aber tapfer den Blick nach vorn richtete: "Jetzt müssen wir ganz entspannt den Schwung mitnehmen und im Team angreifen."

Das starke deutsche Teamresultat mit Michael Uhrmann (15.), Michael Neumayer (17.) und Stephan Hocke (19.) machte jedenfalls Hoffnung darauf.

Die beste Nachricht aus deutscher Sicht war die Leistung von Michael Uhrmann, der am Tag nach seinem Sturz trotz einer schweren Schulterprellung, einem blauen Knie und Prellungen am Bein überzeugte.

"Nichts kaputt" bei Uhrmann

"Für einen 15. Platz kann man sich nichts kaufen, aber es überwiegt die Erleichterung, dass nichts Größeres kaputt ist."

Obwohl es bis zur völligen Beschwerdefreiheit einige Zeit dauern werde, will Uhrmann bis zur Großschanzenentscheidungen im Team am 28. Februar fit für den Angriff auf die Medaille sein.

Babysitting zur Vorbereitung

Der 29 Jahre alte "Papa" Loitzl, dessen perfekte WM-Vorbereitung das Babysittung seiner Söhne Benjamin und Niklas war, krönte nach dem Tourneesieg seinen perfekten Winter: "Unglaublich, ich bin Weltmeister. Ich habe zehn Jahre darauf warten müssen."

Bei der Gold-Feier, bei der ein Bierfass angeschlagen wurde, fehlte sein Zimmerkollege Thomas Morgenstern. Dessen Sturz hatte einen österreichischen Dreifachsieg verhindert.

Loitzl: "Ich baue ihn schon wieder auf. Beim nächsten Mal stehen wir gemeinsam auf dem Podest. Und dann schaffen es vielleicht auch die Deutschen."

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