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Martin Schmitt gewann bislang zweimal den Titel auf der Großschanze © getty

Vor dem Großschanzen-Springen sieht sich Martin Schmitt als Verfolger, der Trainer spricht von gestiegenen Medaillenchancen.

Liberec - Martin Schmitt geht entspannt in den doppelten Nervenpoker um das erste Edelmetall für die deutschen Skispringer seit vier Jahren.

"Ich will mit einer WM-Medaille heimfahren. Im Einzel bin ich in einer Verfolgerposition, da wäre es schon sensationell, wenn es klappt", sagte Schmitt: "Im Team werden wir auf jeden Fall ein Wörtchen mitreden, aber es ist kein Selbstläufer. Bei beiden Wettbewerben sind gute Nerven gefragt, aber ich habe ein gutes Gefühl."

Die Wetterprognosen für die WM-Großschanzenentscheidungen im Einzel (Fr., 16 Uhr LIVE) ) und im Team (Sa., 16 Uhr LIVE ) sind mit Schneefall und Windspitzen bis 40 Stundenkilometer alles andere als gut.

Zwischendurch ein Wellnesstag

Der viermalige Weltmeister Schmitt hat sich schon mal "auf alles eingestellt - von vielen Unterbrechungen bis zu einem Abbruch nach dem ersten Durchgang".

Um im Wetterpoker einen Trumpf im Ärmel zu haben, schob Chefcoach Werner Schuster unter der Woche extra noch einen Wellnesstag in einem Hotel bei Bautzen ein.

"Das wird eine Geduldsprobe, da ist es wichtig, die Stimmung hochzuhalten. Es ist ein starker Glaube an sich selbst gefragt", sagt Schuster.

"Medaillenchancen sind gestiegen"

Er fühlt sich von den starken Trainingseindrücken speziell von Schmitt und dem nach seinem Sturz (Schwerer Sturz von Uhrmann) wiedererstarkten Michael Uhrmann bestärkt: "Unsere Chancen auf die anvisierte Medaille sind gestiegen."

Im Einzel gehöre der nach einer veränderten Abstimmung seiner Sprungski näher an die Weltspitze herangerückte Schmitt zu den zehn Athleten, die aufs Podest springen könnten.

Auch Uhrmann habe eine Minichance. Favoriten seien jedoch Gregor Schlierenzauer, Normalschanzen-Weltmeister Wolfgang Loitzl (beide Österreich) und Simon Ammann aus der Schweiz.

Schmerzen sollen vergessen sein

Im Team-Wettbewerb, in dem Schmitt und Co. 2005 in Oberstdorf die bis dato letzte deutsche WM-Medaille gewonnen haben, lautet die Devise dagegen Angriff.

Darauf hat sich das deutsche Quartett in der eigens angemieteten "Fliegerpension" nahe der Schanze eingestimmt.

"Ich habe noch Schmerzen, aber die werde ich beim Springen nicht spüren", sagt Uhrmann, der nach seinem Sturz am ganzen Körper Prellungen hat: "Die Medaille ist realistisch."

"Wie es halt so ist"

Neben dem Vorflieger-Duo baut Schuster auf Michael Neumayer und Stephan Hocke.

Der Team-Olympiasieger von 2002 weiß, dass die Jagd nach der ersehnten Medaille zur Gratwanderung wird: "Es wird wechselhaft, wie es in Liberec halt so ist. Da muss jeder im Flug kämpfen, dass er nicht abschmiert."

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