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Martin Schmitt gewann im Februar WM-Silber von der Großschanze © getty

Nach einem mäßigen ersten Sprung rollt der Deutsche in Kuopio das Feld von hinten auf. Der Rest des DSV-Teams enttäuscht.

Kuopio - Mit einer furiosen Aufholjagd ist Martin Schmitt beim Weltcup-Skispringen in Kuopio von Platz 18 im Finale noch auf Platz sechs nach vorne gesegelt.

"Die Schanze hier war sehr schwer zu beherrschen. Ich habe meine Leistung gebracht", sagte der Vizeweltmeister (Schneesturm sichert Schmitt Silber), der am Ende nur 12,4 Punkte hinter Überraschungssieger Takanobu Okabe lag.

Der bereits 38 Jahre alte Oldie aus Japan verwies Olympiasieger Simon Ammann (Schweiz) sowie Adam Malysz (Polen) auf die Plätze.

Von der insgesamt enttäuschenden deutschen Mannschaft schafften hinter Schmitt nur noch Pascal Bodmer und Erik Simon den Sprung in das Finale und verbuchten auf den Rängen 24 sowie 30 zumindest Weltcup-Punkte.

Neumayer und Uhrmann erschreckend schwach

Die sonstigen Asse Michael Neumayer und Michael Uhrmann landeten als 42. sowie 49. ganz hinten im Feld.

"Zum Glück habe ich im Wettkampf meine zwei besten Sprünge überhaupt gezeigt" sagte Schmitt, der im ersten Durchgang aufgrund von Rückenwind dennoch nur auf Platz 18 gesprungen war.

"Das war nicht mehr rosig"

Im Finale aber zeigte der 31-Jährige, der bereits viermal (zuletzt 2000) in Kuopio gewinnen konnte, einen ausgezeichneten 124,5-Meter-Sprung, überholte damit zahlreiche Kontrahenten und landete bereits zum 13. Mal im aktuellen Winter unter den Top Ten.

"Martin hat erneut seine gute Form nachgewiesen. Die Konstanz ist zwar nicht mehr so da, aber der 6. Platz ist akzeptabel", sagte Werner Schuster.

Insgesamt beurteilte der Bundestrainer aber die Flugeinlagen seiner Männer in Finnland als "nicht sehr rosig. Das hatte sich schon im Training abgezeichnet."

Schlierenzauer nur Zehnter

Am besten mit den schwierigen Windverhältnissen kam ausgerechnet Okabe zurecht.

Der Normalschanzen-Weltmeister von 1995 gewann den 23. von 27. Saisonwettbewerb mit zwei gleich starken Flügen auf 123,5 sowie 123 Meter und 241,7 Punkten knapp vor Olympiasieger Ammann (240,4).

Der Schweizer verkürzte mit nunmehr 1578 Punkten zugleich seinen Rückstand im Gesamtweltcup gegenüber dem diesmal nur zehntplatzierten Spitzenreiter Gregor Schlierenzauer (Österreich/1778) auf genau 200 Punkte.

Schmitt (728) bleibt in dieser Wertung Fünfter. (Weltcup-Ergebnisse)

Nächster Halt: Lillehammer

Schlierenzauer verpasste seinen 12. Saisonsieg und damit die Chance mit Janne Ahonen gleichzuziehen.

Der Finne, der dieser Tage sein Comeback im Olympiawinter verkündete, hatte 2004/05 zwölf Siege geschafft und war in Kuopio unter den Zuschauern.

Die Skispringer reisen nun nach Norwegen weiter, wo am Freitag auf der großen Olympiaschanze in Lillehammer sowie am Wochenende auf der Flugschanze in Vikersund die nächsten Konkurrenzen ausgetragen werden.

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