Im Skispringen gibt es kaum noch untergewichtige Athleten. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Samstag im finnischen Ruka vorgestellt wurde.

"Extrem leichte Springer sind verschwunden. Die Einführung der BMI-Regel hat zu einer Verhaltensänderung geführt", heißt es in der Untersuchung, die das Institute for Sports, Business und Society (ISBS) der EBS Universität in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Ski-Verband FIS durchgeführt hat.

Laut der Studie hat die 2004 eingeführte Regel, nach der die zulässige Länge der Sprungski an den Body-Mass-Index (BMI) der Athleten gekoppelt wird, für ein Umdenken gesorgt.

"Mit einer einfachen Maßnahme hat die FIS den vollen Effekt erzielt. Und das, obwohl der angenommene Zusammenhang zwischen Gewicht und Weite in Wettkampfsituationen gar nicht nachgewiesen werden konnte", sagte ISBS-Leiter Prof. Dr. Sascha L. Schmidt.

Nach Auswertung von FIS-Daten der vergangenen zehn Jahre stieg der BMI-Wert der Springer immer weiter an. Der Durchschnitt liege heute bei 20,5 (gemessen mit Ausrüstung, ohne Ski und Helm).

2003/2004 sei als niedrigster Wert 17,2 gemessen worden, 2008/2009 schon 19,5. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet bei Erwachsenen einen Netto-Wert zwischen 18,5 und 25 als "Normalgewicht", was etwa 19,8 bis 26,3 mit Ausrüstung entspricht.

Im Sommer 2011 hatte die FIS den zulässigen Wert noch einmal auf 21,0 angehoben. Wer diese Zahl unterschreitet, büßt seinen vermeintlichen Weitenvorteil durch verkürzte Ski ein.

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