Skisprung-Ikone Andreas Goldberger sieht die Rekordjagd im Skifliegen noch lange nicht ausgereizt.

"Wenn Schanzen gebaut werden, die 300 m zulassen, werden die Athleten sicher nicht Nein sagen", sagte der Österreicher am Rande der Skiflug-WM im norwegischen Vikersund der "Welt".

Derzeit steht der Weltrekord des Norwegers Johan Remen Evensen bei 246,5 m, am Wochenende könnte auf dem "Monster-Bakken" erstmals die 250-m-Marke geknackt werden.

Weiten von mehr als 300 Metern hält Goldberger aus körperlichen Gründen jedoch für unrealistisch. "Irgendwann wird die Grenze kommen. Wenn ein Springer 12, 13 Sekunden in der Luft ist, wird er die Körperspannung nicht mehr halten können", sagte der zweimalige Vierschanzentournee-Gewinner.

Im Jahr 2000 hatte Goldberger mit einem Flug über 225 m eine Bestmarke aufgestellt, die drei Jahre hielt. "Das war, als ob dich am Rücken jemand mit der Hand packt, hoch und nach vorn zieht", so Goldberger.

Das Gefühl des Skifliegens, bei dem die Athleten bis zu neun Sekunden durch die Luft segeln, sei "mit nichts auf der Welt zu vergleichen", sagte Goldberger:

"Das ist etwas ganz Eigenes. Ich war unten immer viel fertiger als oben auf der Schanze. Ich zog mir die Skier aus und hatte weiche Knie. Du zitterst fast."

Der 39-Jährige ist zwar seit 2006 nicht mehr aktiv, von seiner Leidenschaft lassen kann er aber nicht: Für das österreichische Fernsehen ist Goldberger als Kommentator in Vikersund - und will sich mit vier Kameras am Helm die Schanze hinunterstürzen.

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