Ein Hexenkessel in rot-weiß-rot
Es wird immer wieder von Hexenkesseln gesprochen, von Fußballstadien, in denen eine außergewöhnliche Stimmung herrscht.
Aber selten ist es ein wirklicher Kessel, in dem dann auch das Spiel, das Event stattfindet. In Innsbruck beim Bergisel-Springen trifft das aber auf jeden Fall zu.
Die Schanze und die Tribünen, die ringsherum die Seitenwände bilden, und nur der kurze Teil nach dem Aufsprunghügel, der eben hinab in die Senke führt, ehe es den Auslauf wieder einen Gegenhang hinaufgeht, bilden einen Trichter, einen wahren Kessel.
Und es ist ein Hexenkessel in rot-weiß-rot. 22.000 Fans, die durch die Enge für eine laute und ekstatische Atmosphäre sorgen, machen das dritte Springen zu einem einzigartigen Event.
Als Zuschauer oder Journalist ist man unglaublich nah am Sprung dran. Die Athleten scheinen gerade zu über die Köpfe der Fans hinweg zu fliegen.
Beim diesjährigen Springen sorgen die tiefhängenden Wolken dafür, dass das Gefühl der Enge noch extremer wirkt, noch komprimierter, noch zusammengepferchter, noch heißer.
Nicht umsonst sprach Sieger Gregor Schlierenzauer von einem mega-geilen Erlebnis, auf das ein Sportler hinarbeitet - vor seinen Fans, auf seiner Heimschanze so etwas erleben zu dürfen.
Allerdings muss ich festhalten, dass die Fans nicht nur bei Schlierenzauer oder bei den anderen österreichischen Startern für beste Stimmung gesorgt haben.
Das Publikum war sehr fair, bejubelte großartige Leistungen aller Athleten und verhielt sich außer ordentlich fair, auch zu Schlierenzauers direktem Gegner um den Gesamtsieg Anders Jacobsen.
Pfiffe waren nie zu hören.
Der Bergisel ist ein wahrer Hexenkessel und ein Vorbild für alle Sportevents.
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