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Nationalspieler Yannic Seidenberg (r.) spielt seit 2013 für den EHC München
Nationalspieler Yannic Seidenberg (r.) spielt seit 2013 für den EHC München © Imago

München - Der EHC Red Bull München dominiert dank Investionen aus Salzburg die DEL. Es gibt aber auch Kritik wegen bedenklicher Transfermethoden.

Die Bullen laufen heiß: Der EHC Red Bull München ist die Mannschaft der Stunde in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und wird seiner Favoritenrolle auf den Titel immer mehr gerecht.

Nach dem Sechs-Punkte-Wochenende mit Siegen gegen den EHC Wolfsburg (6:0) (BERICHT: München hält Adler auf Distanz) und die Kölner Haie (4:1) strotzt der neue Tabellenführer nur so vor Selbstvertrauen.

Die enormen Finanz-Investitionen zahlen sich allmählich aus.

Kampfansage an Konkurrenz

"Das war ein großartiges Wochenende für uns. Wir haben eine gute Zeit", sagte EHC-Trainer Don Jackson und schickte nach fünf Siegen in Serie eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Unser Selbstvertrauen ist groß. Es ist für den Gegner unmöglich, alle unsere Linien zu neutralisieren. Eine Reihe wird immer treffen."

In der Tat ist es beeindruckend, wie gut das Zusammenspiel der einzelnen Top-Spieler derzeit funktioniert.

Die enorme Qualität und Ausgeglichenheit im breiten Kader ist das größte Plus der Münchner, die sich diesen Vorteil gegenüber der Konkurrenz auch einiges haben kosten lassen.

Mit geschätzten zwölf Millionen Euro ist der von einem österreichischen Brausekonzern aufgepäppelte Klub finanziell längst der Liga-Krösus.

Beim "Bruder" bedient

Teil der Red-Bull-Organisation zu sein, hat aber auch noch andere Vorteile.

Bei der Suche nach einem neuen Stürmer für die elfte und letzte Ausländerlizenz bedienten sich die Münchner einfach beim RB-"Bruder" in Salzburg und verpflichteten Stürmer David Meckler.

Auch Coach Jackson und die Profis Evan Brophey sowie Garret Roe hatten schon in Salzburg unter Vertrag gestanden. Solche Transfers sorgen in der Liga für Stirnrunzeln, sportlich zahlen sie sich für München aber aus.

Nur Adler halten Schritt

Meckler bewies auf Anhieb, dass er den den ohnehin topbesetzten Kader verstärkt.

Beim 6:0-Triumph am Sonntag in Wolfsburg gelangen dem Amerikaner fünf Scorerpunkte (2 Tore, 3 Assists). "Ich bin froh, dass ich dem Team helfen kann", sagte der 27-Jährige, der kein Typ für die Galerie sein will: "Ich bin ein Arbeitstier."

Das Arbeiten hat die Mannschaft unter Jackson-Vorgänger Pierre Page zu oft vernachlässigt. Mit der Kaderauffrischung und mit Meistertrainer Jackson hinter der Bande steht der Klub aber nun da, wo er nach dem Selbstverständnis hingehört.

Einzig die Adler Mannheim, die bei zwei Spielen weniger nur einen Punkt Rückstand haben, scheinen derzeit auf Augenhöhe mit den Münchnern zu sein. Am 12. Dezember kommt es zum Gipfeltreffen der beiden Top-Klubs in München.

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