vergrößernverkleinern
Adler Mannheim v EHC Red Bull Muenchen - DEL
Geoff Ward ist seit Juni 2014 Cheftrainer der Adler Mannheim © Getty Images

Die beiden Overtime-Krimis in Mannheim und Ingolstadt liefern einen Vorgeschmack auf die heiße Phase der DEL-Playoffs. Vor allem abseits der Eisfläche brodelt es.

Nach 74 Minuten puren Eishockey-Spektakels würdigten sich Geoff Ward und Pavel Gross keines Blickes.

Zu genervt war der Cheftrainer der Adler Mannheim von den Psychospielchen seines Gegenübers von den Grizzly Adams Wolfsburg. Der 5:4-Sieg nach Overtime (0:1, 2:3, 2:0, 1:0) des Hauptrunden-Primus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) geriet da fast in den Hintergrund.

Der als Schlitzohr bekannte Gross hatte im ersten Playoff-Halbfinale (Datencenter: Ergebnisse) hinter der Bande alles getan, um dem Außenseiter zur Sensation zu verhelfen. Immer wieder nahm der gebürtige Tscheche den Adlern vor 13.600 Zuschauern durch langsame Wechsel den Rhythmus und versuchte, durch wilde Gesten die Schiedsrichter zu beeinflussen.

Adler geben Antwort auf dem Eis

"Beide Mannschaften haben hart gespielt. Das ist typisch für die Playoffs", sagte Ward und schluckte seine Verärgerung hinunter. Nationalspieler Sinan Akdag, der in der 50. Minute auf 3:4 verkürzt hatte, wurde da deutlicher: "Wir sehen schon, was er an der Bande treibt. Er soll das ruhig weiter machen, wir haben die richtige Antwort gegeben."

Adler Mannheim v Eisbaeren Berlin - DEL
Jonathan Rheault (r.) traf nach exakt 14:00 in der Verlängerung zum Sieg © Getty Images

Damit meinte er das Siegtor durch Jonathan Rheault, der nach exakt 14:00 Minuten in der Verlängerung den Krimi entschied.

Zuvor hatte es lange danach ausgesehen, als würde Gross' Plan aufgehen: Wolfsburg führte nach 27 Minuten mit 3:0 und nach 36 Minuten mit 4:1. Im Schlussdrittel und in der Verlängerung münzten die Adler aber ihre drückende Überlegenheit von 58:26 Torschüssen um.

Gross reagiert gelassen

"Es war nur ein Spiel, nur eine Niederlage", sagte Gross und machte seiner Mannschaft Hoffnung auf Spiel zwei am Sonntag in der Autostadt (14.30 Uhr in den LIVESCORES).

Rheault lobte dagegen die Moral der Adler, die das Spiel nicht abschenkten, sondern mit einer Energieleistung den Heimvorteil verteidigten: "Das war ein Teamsieg. Wir haben Charakter gezeigt."

Düsseldorfs Sparre stiehlt den Heimvorteil

Charakter zeigte auch die Düsseldorfer EG. Bei Vorjahresmeister ERC Ingolstadt hatten die Rheinländer, pikanterweise mit den ERC-Meisterspielern Travis Turnbull und Jakob Ficenec im Kader, mit 2:1 nach Verlängerung (1:0, 0:0, 0:1, 1:0) das bessere Ende für sich.

Duesseldorfer EG v Eisbaeren Berlin - DEL
Kris Sparre sorgte in der Verlängerung für die Entscheidung zugunsten der DEG © Getty Images

Kristopher Sparre erzielte nach 3:28 Minuten in der Verlängerung den Siegtreffer - und stahl damit vor Spiel zwei am Sonntag (14.30 Uhr) den Heimvorteil in der Serie.

"Wir müssen aus dem ersten Spiel lernen", sagte ERC-Trainer Larry Huras und ermahnte seine Spieler, die allzu sorglos mit ihren Chancen umgingen. Für das Samstagstraining setzte der Kanadier daher Torschüsse auf die Agenda und stellte die Playoff-Uhr für seine Spieler auf Null: "Jetzt geht es los."

Video
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel