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EHC Red Bull Muenchen v Grizzlys Wolfsburg - DEL Playoffs Final Game One
Jerome Samson brachte München im ersten Drittel in Führung © Getty Images

München - Red Bull München gelingt der erste Schritt in Richtung Meistertitel. Die Entscheidung gegen die hartnäckigen Grizzlys Wolfsburg fällt erst in der Verlängerung.

Noch drei Siege bis zum Titel: Red Bull München hat seinen Heimvorteil genutzt und im Playoff-Finale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) den ersten Schritt zur Meisterschaft gemacht.

Der favorisierte Hauptrundensieger setzte sich gegen die Grizzlys Wolfsburg denkbar knapp mit 2:1 (1:0, 0:0, 1:1) in der Verlängerung durch und feierte den ersten von vier nötigen Erfolgen in der Best-of-seven-Serie.

Vor 6142 Zuschauern im ausverkauften Olympia-Eisstadion erzielte Jerome Samson (12.) die Führung für den Gastgeber, als er nach einem Abpraller am schnellsten schaltete. In der Folge biss sich das Team von Trainer Don Jackson immer wieder am glänzend aufgelegten Grizzlys-Torhüter Felix Brückmann die Zähne aus.

Krimi in München

Die Mannschaft von Trainer Pavel Gross glich durch André Reiss (47.) im letzten Drittel aus. Jeremy Dehner (72.) wurde dann zum Held des Abends und schoss in Überzahl den umjubelten Münchner Siegtreffer.

"Das war ein Kampf, es war wahnsinnig schwer", sagte Dehner, der als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde, bei ServusTV: "Wolfsburg ist ein Team das sehr hart arbeitet." Auf der Gegenseite gab sich Sebastian Furchner entsprechend kämpferisch: "Wir sind in der Serie drin. Man hat gesehen, dass es ein heißer Kampf wird."

Wolfsburg scheitert spektakulär

München begann das Duell zwischen dem Verein des Brauseherstellers gegen den VW-Werksklub erwartet offensiv. Die Grizzlys stemmten sich mit hohem Einsatz gegen die teuerste Mannschaft der Liga und waren mit gelegentlichen Nadelstichen durchaus gefährlich.

Insgesamt hatten die Münchner ein klares Chancenplus, der gewohnt starke Brückmann zeigte aber wie gegen Florian Kettemer (32.) etliche Glanzparaden. Wolfsburgs Mark Voakes (58.) hätte die Verlängerung beinahe noch verhindert, traf aber spektakulär nur doppelt den Pfosten.

Unter den Augen von Ex-Bundestrainer Hans Zach spielte Red Bull über weite Strecken seine Kadertiefe aus und setzte mit allen vier Sturmreihen offensive Akzente. Auch Kapitän Michael Wolf deutete immer wieder einmal seine Gefährlichkeit an. Der Führende in der ewigen Torschützenliste der DEL will sich mit 35 Jahren endlich "einen Kindheitstraum" erfüllen. Gerade in Überzahl fehlten aber oft die zündenden Ideen.

München will Revanche

Im Vorjahr hatten die Grizzlys die Münchner im Playoff-Viertelfinale glatt in vier Spielen ausgeschaltet und deren hoch gesteckten Plänen durchkreuzt. "Wir haben mit Wolfsburg noch eine Rechnung zu begleichen", hatte Wolf deshalb gesagt.

München war diese Entschlossenheit anzumerken, aber wie schon die Duelle in der Vorrunde, blieb auch das erste Finale äußerst eng. Die Münchner hatten den Weg ins Endspiel über Köln (4:1) und Straubing (4:1) geschafft, Wolfsburg hatte sich gegen Nürnberg (4:2) und die Düsseldorfer EG (4:1) durchgesetzt.

Red Bull hofft auf ersten Titel

16 Jahre nachdem die München Barons, aus denen 2002 die Hamburg Freezers hervorgingen, den Titel zuletzt in die bayerische Landeshauptstadt geholt hatten, wäre für Red Bull alles andere als die Meisterschaft eine herbe Enttäuschung.

Die Voraussetzungen scheinen aber gegeben. München ist neben Wolfsburg das defensivstärkste Team der Liga und hat in Jackson ein wahren Titelgaranten an der Bande. Der Amerikaner stand bislang sechsmal im DEL-Finale. Fünfmal gewann er mit den Eisbären Berlin den Silberpokal.

Am Sonntag findet Spiel zwei der Finalserie in Wolfsburg (14.30 Uhr im LIVETICKER) statt, München hat am Dienstag (19.30 Uhr im LIVETICKER) wieder Heimrecht. Spätestens am 28. April steht dann der Nachfolger der Adler Mannheim fest. (Der Spielplan im Überblick)

Das Spiel im Stenogramm:

Red Bull München - Grizzlys Wolfsburg 2:1 (1:0, 0:0, 0:1, 1:0) n.V.

Tore: 1:0 Samson (11:22), 1:1 Reiss (46:48), 2:1 Dehner (71:40)

Zuschauer: 6142 (ausverkauft)

Strafminuten: München 4 - Wolfsburg 12.

Playoff-Stand: 1:0

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