vergrößernverkleinern
Switzerland v Germany - 2015 IIHF Ice Hockey World Championship
Die deutsche Mannschaft verlor bislang bei der WM zwei von drei Spielen © Getty Images

Prag - Die deutschen Spieler versuchen den Wirbel um Thomas Oppenheimers Kritik im Keim zu ersticken. Vor dem Spiel gegen Schweden setzt man auf Spaß und Teamgeist.

Vom DEB-Team berichten Rainer Nachtwey, Jonas Beck und Sascha Bandermann

Prag - Es war der große Aufreger nach dem Schweiz-Spiel.

Die Kritik von Thomas Oppenheimer an der Powerplay-Umsetzung nach der 0:1-Pleite sorgte bei der deutschen Mannschaft für Verwunderung und Redebedarf.

"Wir haben vier Wochen was trainiert. Und jetzt stehen wir drin und machen es anders", hatte der Hamburger Stürmer bei SPORT1 kopfschüttelnd gesagt.

Tags darauf wollte Oppenheimer seine Aussage nicht als Kritik an den Trainern oder der Mannschaft verstanden wissen.

"Es hat mich geärgert, dass wir verloren haben. Da ist man so voller Adrenalin, man hat 60 Minuten hart gekämpft. Man will das Spiel für sein Land gewinnen. Aber ich wollte damit keinen angreifen", sagte er im Gespräch mit SPORT1 vor dem Spiel gegen den Olympia-Zweiten Schweden (20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

"Es war mehr eine Selbstkritik. Ich bin ein Teamspieler. Wir wollen hier als Einheit auftreten und das machen wir auch", fügte er hinzu.

Reibereien ausgeschlossen

Seine Mitspieler zeigten sich verwundert, hatten sie Oppenheimers Aussage doch erst am Morgen nach dem Schweiz-Spiel gelesen. Verärgerung oder schlechte Stimmung kam in der Mannschaft dadurch aber nicht auf.

Vielmehr sorgte sie am spiel- und trainingsfreien Tag für Erheiterung. "Die Aussage vom Thomas kam direkt nach dem Spiel und vielleicht wurde sie auch nicht so verstanden, wie er es gemeint hat", sagte Patrick Reimer beim abendlichen Termin mit den Medienvertretern.

"Es gibt keine Reibereien zwischen den Jungs. Wir lassen da jetzt nicht ins die Truppe reinkommen. Wir haben vorher sogar noch darüber Späße gemacht, was er denn heute wieder erzählt. Wir wissen, wie wir es nehmen müssen", stellte der Nürnberger Angreifer klar.

Also nichts mit "Oppigate", wie Moritz Müller es lachend nannte. Kein Streit, kein Zwist. Stattdessen war am freien Mittwoch gute Laune angesagt. Viel lachen, Beine hochlegen, Seele baumeln lassen, abschalten.

Dennoch bleibt die Frage: Lässt Cortina ein anderes Powerplay spielen als in der Vorbereitung? "Das müssen wir den Thomas Oppenheimer fragen", sagte Reimer und lachte laut los. Und einmal in Fahrt legte er nach: "Mir ist nicht bewusst, dass wir etwas verändert haben. Aber vielleicht klappt es ja deshalb nicht, weil ich es nicht verstanden habe."

Bleibt zu hoffen, dass die deutschen Spieler bei all den Späßen nicht den Ernst der Lage vergessen.

Alle an einem Strang

Denn die Situation am Tabellenende der Gruppe A wird immer enger.

Schlusslicht Lettland rückte mit dem 2:1-Sieg nach Verlängerung über die Schweiz bis auf einen Punkt an das DEB-Team ran. http://www.sport1.de/eishockey/eishockey-wm/tabelle#/

Und der Letzte der Gruppe muss den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Umso wichtiger, dass Cortinas Mannen vor den Spielen gegen Schweden und Lettland am Freitag (20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) nun zusammenrücken.

Reimer entnahm in dieser Hinsicht der Aufregung um "Oppigate" sogar Positives: "Vielleicht ist es auch gut, dass er was gesagt. Jetzt sprechen wir darüber. Und vielleicht gehen wir danach alle in die richtige Richtung und wissen, was wir machen."

Vor der schier unlösbaren Aufgabe Schweden hat Reimer keine Bedenken. "Wir gehen in jedes Spiel mit der Einstellung, es gewinnen zu wollen", sagte der Siegtorschütze gegen Frankreich.

Angst vor einem erneuten Debakel a la Kanada gibt es nicht. Vielmehr dient das 0:10 als "Hallo-wach-Ruf", wie Reimer es nannte. "Es hat uns gezeigt, was wir gegen Topnationen besser machen müssen", meinte er. "Wir dürfen keine Angst haben, dass uns wieder so ein Spiel wie gegen Kanada passiert."

Video
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel