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Uwe Krupp Bundestrainer
Uwe Krupp soll nach Wunsch des DEB das Nationalteam als Headcoach bereuen. © Getty Images

Prag - Noch ist die Trennung von Pat Cortina nicht vollzogen, doch eine Nachfolge-Regelung im deutschen Eishockey rückt offenbar näher. Die Last soll verteilt werden.

Beim Kampf um die WM-Medaillen zwischen den großen Eishockey-Nationen (Finale, 20.15  LIVE auf SPORT1 und im LIVESTREAM) konnte Franz Reindl noch einmal deutlich sehen, wie weit weg die deutsche Nationalmannschaft von der Weltspitze ist.

Damit möglichst schnell zumindest der Anschluss hergestellt wird, arbeitete der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes hinter den Kulissen an der optimalen Bundestrainer-Lösung.

Cortinas Vertrag wird wohl nicht verlängert

Amtsinhaber Pat Cortina wird die Trendwende nicht mehr zugetraut. Er habe mit Cortina noch nicht gesprochen, versicherte Reindl am Sonntag: "Das machen wir am Mittwoch oder Donnerstag in München."

Der Inhalt des Gesprächs dürfte klar sein: Cortinas auslaufender Vertrag wird nach drei größtenteils erfolglosen Jahren nicht verlängert.  

Stattdessen deutet vieles auf eine Doppellösung hin - oder besser gesagt auf eine Teamlösung. Mehrere Trainer aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) könnten künftig die DEB-Auswahl betreuen, ein Headcoach würde jedoch die Hauptverantwortung tragen.

Dass dafür Uwe Krupp von den Eisbären Berlin favorisiert wird, ist längst kein Geheimnis mehr.

Einführung eines General Managers?

Für andere Bundestrainer-Aufgaben wie Spielerscouting und -akquise könnte nach nordamerikanischem Vorbild ein General Manager verantwortlich sein, damit Interessenskonflikte des Maßnahmentrainers ausgeschlossen werden.

"Das wäre die beste Lösung. Die Neutralität bliebe bewahrt und die Synergien würden genutzt", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke: "Eine klassische Doppelfunktion ist mit der DEL nicht machbar."

Schlüsselfigur Lee offen für alles

Mit der Teamlösung könnten auch Kritiker der Doppellösung leben, die Interessenkonflikte befürchten. Dazu zählt auch Eisbären-Manager Peter John Lee, der als Mitglied des Kompetenzteams und als Vorgesetzter von Krupp eine Schlüsselfigur bei der Bundestrainersuche ist.

"Ich bin grundsätzlich für alles offen, auch für eine Doppelfunktion von Uwe Krupp", sagte Lee der Sport-Bild.

Krupp hat die meisten Fürsprecher, auch Reindl ist ein großer Fan des früheren Stanley-Cup-Gewinners. "Die Uwe-Krupp-Ära zu beenden, das war ein Fehler ohne Not", sagte der DEB-Boss pikanterweise nur eine Stunde nach dem deutschen WM-Aus vor einer Woche: "Die Nationalmannschaft war auf einem guten Weg und top eingespielt."

Alt-Internationale pro Uwe Krupp

Auch prominente Alt-Internationale fordern eine Rückkehr von Krupp, der bei der berauschenden Heim-WM 2010 mit Platz vier für ein Eishockey-Märchen gesorgt hatte. "Über seine Qualitäten als Trainer brauchen wir nicht zu diskutieren, und es ist immer positiv, wenn man hinter der Bande ein Aushängeschild stehen hat", sagte Alois Schloder, Bronzemedaillengewinner bei Olympia 1976.

Auch das Düsseldorfer Eishockey-Idol Walter Köberle hält Krupp für die 1A-Lösung, da in zwei Jahren wieder eine Heim-WM vor der Tür steht: "Es ist wichtig, dass wir wieder einen deutschen Trainer bekommen. Uwe Krupp hat Strahlkraft, und er hatte Erfolg. Die WM 2010 war gigantisch."

Auch Christof Kreutzer hat Chancen

Sollte sich Krupp jedoch voll und ganz auf die schwierige Aufgaben bei den Eisbären konzentrieren wollen, hätte DEG-Trainer Christof Kreutzer Chancen auf die Rolle des Headcoaches.

Es wäre "in jedem Fall eine große Ehre für mich, die deutsche Nationalmannschaft zu trainieren", sagte der Düsseldorfer, der die DEG in der abgelaufenen Saison sensationell bis ins DEL-Halbfinale geführt hatte, der Fachzeitschrift Eishockeynews.

SPORT1-Eishockey-Experte Rick Goldmann hatte sich in seiner SPORT1-Kolumne gegen eine Doppelfunktion des künftigen DEB-Cheftrainers ausgesprochen. "Der Stellenwert der Nationalmannschaft ist viel zu hoch und viel zu viele Aufgaben warten auf den Bundestrainer", so Goldmann.

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