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Moskau und München - Trotz der Niederlage gegen Russland: Das deutsche Eishockey-Team ist dank Marco Sturm wieder konkurrenzfähig - und für zwei wichtige Aufgaben gerüstet.

Es hat nicht gereicht für den ganz großen Coup - aber doch für eine Menge.

Im Viertelfinale gegen Gastgeber Russland endete Marco Sturms WM-Premiere als Bundestrainer. Doch er hat das deutsche Eishockey vor der vielleicht wichtigsten Saison in der Verbandsgeschichte international wieder konkurrenzfähig gemacht.

Sturm: "Ganz Deutschland begeistert"

"Die Mannschaft hat glaube ich nicht nur mich, sondern ganz Deutschland begeistert", sagte Sturm nach der am Ende verdienten 1:4-Niederlage gegen den Rekordweltmeister: "Aber ich weiß, dass noch mehr in ihr steckt."

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Dieses Potenzial wolle er bei den zwei anstehenden "coolen Events" (Sturm) rauskitzeln: der enorm wichtigen Olympia-Qualifikation im September in Riga und der Heim-WM in einem Jahr in Köln (LIVE auf SPORT1).

Und die Chancen dafür stehen gut: Für das Ausscheidungsturnier zu den Winterspielen 2018 in Pyeongchang hat Sturm schon jetzt die Zusagen sämtlicher Profis aus der nordamerikanischen Top-Liga. "Ich plane mit allen", sagte der deutsche NHL-Rekordspieler.

Hilfe weiterer NHL-Stars

Zusätzlich zu den fünf Nordamerika-Legionären des aktuellen WM-Kaders um den auch gegen Russland überragenden Torhüter Thomas Greiss kommen also noch Top-Leute wie Dennis Seidenberg, Tom Kühnhackl und Philipp Grubauer hinzu. Was zur Folge hat, dass aus der überzeugenden WM-Mannschaft einige Spieler gestrichen werden müssen.

"Das ist das Harte an meinem Job", sagte Sturm. Einen WM-Bonus gibt es nicht, dafür steht zu viel auf dem Spiel. Nach Olympia 2014 in Sotschi darf der DEB unter keinen Umständen noch einmal Winterspiele verpassen.  

Die größte Hoffnung, dass das nicht passiert, ist Marco Sturm. "Er hat ein super erstes Turnier gecoacht", lobte NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff. Dass es im Viertelfinale trotz einer 1:0-Führung im ersten Drittel durch ein frühes Tor von Patrick Reimer (5.) nicht für die Sensation gereicht hat, trübte die Freude über den besten WM-Auftritt einer deutschen Mannschaft seit fünf Jahren kaum.

"Deutschland wird wieder respektiert"

"Im Moment überwiegt die Enttäuschung, aber in ein paar Tagen kommt der Stolz durch", sagte Ehrhoff. Und "Hexer" Thomas Greiss, der die russischen Offensivstars um Ausnahmekönner Alexander Owetschkin mit seinen Paraden oft zur Verzweiflung brachte, meinte: "Wir haben ein starkes Turnier gespielt. Um solche Mannschaften zu schlagen, brauchen wir Glück, und das hatten wir nicht."

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Mit attraktivem Offensivspiel und dem siebten Platz in der Endabrechnung ein Jahr vor der Heim-WM sorgten Greiss und Co. dennoch für Furore.

"Deutschland wird in der Szene wieder respektiert", sagte DEB-Präsident Franz Reindl.

Sturm flog schon am Freitagmorgen in seine Wahlheimat Florida, um bei seiner Familie Kraft für die schweren Aufgaben in der neuen Saison zu tanken. Das deutsche Eis-Märchen soll schon bald ein richtiges Happy End bekommen.

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