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Bundestrainer Marco Sturm führte das DEB-Team bei der WM ins Viertelfinale
Bundestrainer Marco Sturm (r.) hofft bei der WM 2017 eine Überraschung © Getty Images

Mit drei NHL-Verstärkungen geht Bundestrainer Marco Sturm in die heiße Vorbereitungsphase für die Heim-WM. Tobias Rieder geht euphorisiert ans Werk.

Gezögert hat keiner der NHL-Stars. Tobias Rieder ist gar so voller Feuereifer, dass er früher aufs Eis geht, als Bundestrainer Marco Sturm geplant hatte.

"Ich würde auch gleich zweimal spielen", sagte der Stürmer der Arizona Coyotes vor den beiden harten Prüfungen in den WM-Tests gegen Tschechien am Samstag (16 Uhr) in Nürnberg und am Sonntag (16.45 Uhr, beide LIVE im TV auf SPORT1) in Mannheim.

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Sturm, der Rieder ursprünglich nach der kräftezehrenden Saison in Nordamerika noch schonen wollte, wird den Landshuter wohl nur einmal spielen lassen. Bei der Heim-WM soll der 24-Jährige dann aber einer der Schlüsselspieler der Eishockey-Nationalmannschaft werden. "Er bringt Ruhe und Qualität rein wie kein anderer", lobte der DEB-Coach Rieder.

Greiss und Seidenberg im Anflug

Mit der ersten NHL-Verstärkung geht die Vorbereitung auf die WM in Köln (5. bis 21. Mai, LIVE bei SPORT1) in ihre heiße Phase. Thomas Greiss (31) und Dennis Seidenberg (35) von den New York Islanders stoßen nach dem Wochenende zur Mannschaft. "Zu beiden musste ich nicht viel sagen. Beide freuen sich sehr auf die Heim-WM", sagte Sturm.

In zwei Wochen wird es für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) im Auftaktspiel gegen die USA ernst, dann soll Seidenberg der Defensive Ruhe und Halt geben und Torhüter Greiss möglichst in der Verfassung sein, die ihn in New York zu einem Publikumsliebling aufsteigen ließ.

Als "Jesus Greiss" wurde der Füssener in den sozialen Medien gefeiert. Im Vorjahr bei der WM in Russland war Greiss bereits eine herausragende Figur im deutschen Team.

Sturm rekrutiert Verstärkung für Trainerteam

Sturm weiß, dass die Nordamerika-Legionäre dem gesamten Kader einen Leistungsschub verleihen können. "Man hat bei der Olympia-Quali und bei der WM in Russland gesehen, wie wichtig sie für uns sind. Sie machen unsere Mannschaft nur besser", sagte der 38-Jährige, der weiß, wovon er redet. Kein deutscher Profi hat mehr NHL-Spiele absolviert als er. 

Dank seiner Kontakte in Übersee hat auch der Trainerstab der DEB-Auswahl weiteren prominenten Zuwachs bekommen. Der Schwede Mikael Samuelsson ist als Assistent hinzugestoßen, er war einst Sturms Teamkollege in Vancouver und Florida und gehört einem elitären Kreis an.

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Samuelsson ist Mitglied im sogenannten "Triple Gold Club", weil er in seiner Laufbahn den Stanley Cup, den WM-Titel und Olympia-Gold gewonnen hat.

Hoffen auf Draisaitl

Sturm wird sicher auch Samuelssons Meinung hören, bevor er vor den letzten beiden WM-Tests gegen Lettland am 30. April und 1. Mai den Kader noch einmal gravierend verändert. Zehn Spieler der DEL-Finalisten Red Bull München und Grizzlys Wolfsburg sowie Justin Krueger, gerade mit dem SC Bern Schweizer Meister geworden, kommen noch infrage.

Hoffnung gibt es auch auf Unterstützung von Leon Draisaitl, der aber mit den Edmonton Oilers kurz vor dem Einzug in die zweite NHL-Playoff-Runde steht.

"Ich habe ihm eine Nachricht geschrieben", sagte DEB-Kapitän Christian Ehrhoff dem Kölner Stadtanzeiger: "Dieses Jahr würde ich mir aus rein egoistischen Gründen wünschen, dass Leon nicht so weit kommt. Danach kann er gern jedes Jahr ganz lange Play-offs in der NHL spielen."

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