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Italy v Germany - 2017 IIHF Ice Hockey World Championship
Leon Draisaitl hatte sich von seinem Einsatz bei der WM ein bisschen mehr erwartet © Getty Images

Leon Draisaitl kam als Hoffnungsträger zur Eishockey-WM. So ganz konnte der NHL-Star die Erwartungen nicht erfüllen. Dementsprechend fühlt sich der Kölner.

Zu gut für seine Mitspieler oder zu müde für die WM? NHL-Star Leon Draisaitl war extra nach Köln eingeflogen, um der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft in der entscheidenden Phase zu helfen.

Letztlich konnte er vor allem seine eigenen hohen Erwartungen nicht erfüllen. "Ich bin ein bisschen enttäuscht", gab der 21-Jährige von den Edmonton Oilers nach dem 1:2 im WM-Viertelfinale gegen Kanada zu, "es ist natürlich bitter."

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Zwei Torvorlagen in drei Spielen standen am Ende für Draisaitl zu Buche, der als zweitbester NHL-Scorer unter den WM-Teilnehmern hinter dem Schweden Nicklas Bäckström angereist war. 93 Punkte hatte er in der Hauptrunde und den Playoffs für die Oilers gesammelt.

Sturm hat Verständnis

Das Duell mit Kanada war sein 114. Saisonspiel, die Müdigkeit des Jungstars war nicht zu übersehen. "Man merkt, dass es eine sehr, sehr lange Saison für ihn war", sagte Bundestrainer Marco Sturm verständnisvoll: "Der Tank war ein bisschen leer."

Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten blitzten aber immer wieder auf. Wie er seine Mitspieler in Szene setzte, überraschte sie manchmal selbst.

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Die Nürnberger Patrick Reimer und Yasin Ehliz, die zur Creme de la Creme der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gehören, wirkten des Öfteren überfordert.

"Er macht immer etwas Besonderes", urteilte DEB-Präsident Franz Reindl und wünschte sich noch einmal aufs Eis zurück. "Wenn ich noch mit ihm spielen könnte, das wäre ein Traum", sagte der Bronzemedaillengewinner von 1976: "Er kann die Scheibe dahin bringen, wo man sie braucht."

Draisaitl: "Können stolz auf uns sein"

Draisaitl selbst zog ein zwiespältiges Fazit seiner WM-Stippvisite. "Manchmal muss man sich geschlagen geben", sagte er, "aber wir können ein bisschen stolz auf uns sein. Wir waren wieder im Viertelfinale, hoffentlich können wir das in den nächsten Jahren weiterführen."

Wie intensiv er dabei mitwirken kann, hängt vom künftigen Erfolg seines NHL-Klubs ab. Die Oilers um den neuen NHL-Superstar Connor McDavid dürften in den nächsten Spielzeiten Playoff-Stammgäste und Draisaitls WM-Einsätze weniger werden.

Doch wenn möglich will er auch in Zukunft für die Nationalmannschaft aufs Eis gehen. "Es lohnt sich immer, für Deutschland zu spielen", sagte er, "es ist etwas ganz, ganz Besonderes, es wird sich niemals ändern."

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