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Franz Reindl-Canada-Germany-Deutschland Cup 2014
Franz Reindl gewann bei dem Olympischen Spielen 1976 die Bronzemedaille © getty

Franz Reindl gewann Olympia-Bronze und hofft als DEB-Präsident auf eine Wiederholung. Heute feiert er seinen 60. Geburtstag.

Als 21-Jähriger gewann Franz Reindl sensationell Olympia-Bronze, als 71-Jähriger will er die deutschen Eishockey-Spieler wieder um Edelmetall kämpfen sehen.

Für den Garmischer dreht sich alles um den Puck. "Mein ganzes Leben ist Eishockey", sagt er. Am Montag wird Reindl 60 - und ist längst noch nicht am Ziel.

Denn der ehemalige Meister- und Nationalspieler, Trainer, Manager und Sportdirektor, der seit Juli als Präsident den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) führt, will noch einmal Olympiamedaillen für deutsche Cracks sehen.

Die Vision 2026

"Hoffentlich erlebe ich es noch", sagt Reindl, "mir läuft es schon heute kalt den Buckel runter, wenn ich daran denke."

2026, so seine Vision als Verbandschef, soll die Nationalmannschaft wieder um Edelmetall spielen. "Das ist eine Mammutaufgabe", gibt er zu, "aber wir können es schaffen, wir haben das Potenzial. Wir wollen nicht einfach nur unser Dasein fristen."

Medaille gerät in Gefahr

Es wäre genau 50 Jahre nach der letzten deutschen Eishockey-Medaille. Der, die Reindl als junger Nationalspieler 1976 aus Innsbruck mitbrachte.

"Ich habe sie damals ganz schnell nach Hause in Sicherheit gebracht, weil wir nicht wussten, ob wir sie behalten durften", erinnert er sich. Der Torquotient gab damals den Ausschlag - aber niemand wusste zunächst davon.

Reindl schwärmt auch von Olympia 1984 in Sarajevo, als nur die schlechtere Tordifferenz den Sprung unter die ersten Vier verhinderte. Oder von Lillehammer zehn Jahre später, als er als Co-Trainer den ersten Sieg gegen Russland erlebte.

Zehn Olympische Spiele hat er mitgemacht - als Spieler, Coach oder Funktionär.

Verband und Liga harmonieren wieder

Dass die DEB-Auswahl Sotschi 2014 verpasste, schmerzte ihn deshalb besonders. "Das war wie ein Donnerschlag", sagt Reindl, "aber vielleicht war es auch ein Wachrüttler."

Immerhin ist nach dieser historischen Pleite allen Beteiligten klar geworden, dass es nur gemeinsam geht. Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) und der Verband, die sich fast 20 Jahre lang zofften, arbeiten unter Reindls Führung wieder zusammen.

Der Weg zu Olympia 2018 ist noch weit. Doch Reindl, der 669 Bundesliga- und 183 Länderspiele bestritt, blickt noch weiter: "Wir müssen jetzt anfangen, wenn wir 2026 vorne dabei sein wollen."

Reindl sieht den Horizont

Auch wenn gerade erst der Tiefpunkt erreicht wurde, sieht Reindl "den Horizont. Wir stecken nicht im grauen Nebel fest. Die Probleme sind erkannt und die Lösungen aufgezeigt."

Ob er die Rückkehr auf das Treppchen noch als Fan oder in irgendeiner offiziellen Funktion erlebt, weiß er nicht.

Wohl aber, was er in 60 Jahren auf beiden Seiten der Bande noch nicht war: "Ich war alles außer Torwart."

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