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SPORT1-Experte Rick Goldmann analysiert die Lage im deutschen Eishockey-Team © SPORT1

Nach dem Sieg beim Deutschland Cup zeigt sich SPORT1-Experte Rick Goldmann vom neuen Bundestrainer begeistert. Marco Sturm habe eine Euphorie im Nationalteam entfacht.

Liebe Eishockey-Freunde,

der Deutschland Cup war ein Neustart. Das Turnier ist nach Augsburg umgezogen und es gibt einen neuen Bundestrainer. Marco Sturm hat nur drei Trainingseinheiten mit der Mannschaft gehabt. Deshalb habe ich schon vor dem Turnier gesagt, dass der sportliche Erfolg nicht im Vordergrund steht.

Dass das Team dann aber doch in drei Spielen so souverän aufgetreten ist und den Deutschland Cup sogar gewonnen hat - das macht zusammen mit der Euphorie, die Sturm entfacht hat, den Deutschland Cup zu einem vollen Erfolg.

Wenn ein neuer Bundestrainer kommt, dann geht es normalerweise erst einmal darum, dass man sich kennenlernt. Dass seine Handschrift zu lesen ist - das dauert normalerweise länger.

Im Turnierverlauf hat man aber deutlich gesehen, dass die Spielweise, die Sturm will, von Spiel zu Spiel mehr zu sehen war. Das ist durchaus positiv zu bewerten.

Er will schnelles und geradliniges Eishockey nach vorne spielen. Das hat wirklich gut geklappt. Die deutsche Mannschaft hat sich viele Chancen erarbeitet.

Der Kampfgeist ist zudem auf einem hohen Level geblieben. Das Team hat mit Stolz gespielt. Und was mir gefallen hat: Sie haben schnell aus der Defensive herausgespielt.

Marco ist ein ruhiger Zeitgenosse, der aber zum richtigen Zeitpunkt etwas sagt. Es war vor allem wichtig zu sehen, dass die Spieler wieder kommen. Das Motto "Adler verpflichtet" war ja nicht von ungefähr gewählt: Es war ja in den letzten Jahren schon so, dass es viele Absagen gab.

Diesmal sind fast alle gekommen, die Sturm eingeladen hat. Auch wichtige Rückkehrer wie Philip Gogulla und Felix Schütz haben volle Leistung abgeliefert und wurden sogar zu den Topscorern des Turniers. Das muss man positiv mitnehmen: Sturm hat gerufen und die Jungs sind gerne gekommen!

Wenn Sturm es schafft, die Euphorie, die sich jetzt entwickelt und die gute Stimmung in der Mannschaft weiterzutragen, dann haben die Jungs einfach Bock für die Nationalmannschaft zu spielen. Auch die NHL-Spieler. Und man muss nicht wochenlang mit dem einen oder anderen verhandeln. Ich habe mit den Jungs gesprochen: Die haben Spaß gehabt in den drei Tagen. Da kommt man gerne und das tragen sie auch weiter.

Hoffentlich bis zur Weltmeisterschaft, denn das wird der erste wirkliche und wichtige Gradmesser unter Sturm werden.

Bis bald!

Euer Rick

Rick Goldmann, 39, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft.

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