Video

Nach den Tests gegen Schweden reduziert der Bundestrainer seinen WM-Kader - und hofft auf weitere NHL-Legionäre. Tobias Rieder schlägt voll ein. Doch defensiv gibt's Sorgen.

Marco Sturm graute es richtig vor seiner ersten Streichrunde. "Es ist das Schlimmste für mich, wenn ich einigen Spieler absagen muss", sagte der Eishockey-Bundestrainer nach dem 3:2-Überraschungscoup in Landshut gegen Schweden: "Sie sind wie meine Kinder, das sind alles gute Kerle. Es tut mir weh."

Am Montag setzte der frühere NHL-Profi den Rotstift an und strich einen Verteidiger sowie drei Stürmer aus dem erweiterten Kader für die WM (ab 6. Mai live im TV auf SPORT1), Namen wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

So schwer ihm die Entscheidung auch fiel, der 37-Jährige handelte aus Überzeugung. "Ich muss an die Mannschaft denken", sagte er.

Bemerkenswerte Energieleistung

Diese Mannschaft hatte ihm zuvor Freude bereitet mit einer bemerkenswerten Energieleistung gegen die favorisierten Skandinavier

Einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand drehte die DEB-Auswahl noch in einen Sieg nach Penaltyschießen. "Egal, ob Vorbereitung oder WM, so ein Sieg ist immer toll", sagte Schweden-Legionär Felix Schütz.

Video

Gerade weil es einer der ganz seltenen Triumphe gegen den neunmaligen Weltmeister war, der sein Gesicht aber bis zum WM-Turnier in Russland noch deutlich verändern dürfte.

Nächstes Test-Doppelpack auf SPORT1

Doch auch das DEB-Team, dem die Verstärkung mit NHL-Profi Tobias Rieder (Arizona Coyotes) spürbar gut getan hatte, erwartet noch Zuwachs.

Am Mittwoch, wenn der DEB-Tross nach Lettland zu den beiden Testspielen in Riga (Fr., 18.25 im TV auf SPORT1 und Sa., 15.55 Uhr im TV auf SPORT1) aufbricht, ist neben Nürnbergs Kapitän Patrick Reimer auch NHL-Jungstar Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) mit an Bord.

"Wenn ein Rieder und ein Draisaitl in die Mannschaft kommen, dann ändert sich der Kader enorm, das hebt das gesamte Niveau", sagte Sturm.

Bröckelt die Defensive weiter? 

Sorgen machen dem DEB-Coach eigentlich nur die wieder einmal zahlreichen Verletzungsabsagen, die besonders die Verteidigung schwächen.

So ist nun auch die WM-Teilnahme von Justin Krueger höchst fraglich, der mit dem SC Bern kürzlich Schweizer Meister geworden war. "Wir müssen die nächsten zehn Tage abwarten", sagte Sturm. Krueger wäre bereits der zwölfte Ausfall.

Grundsätzlich ist der DEB-Coach aber mit der Formentwicklung einverstanden, zumal nach dem 1:3 vom Samstag in Rosenheim eine deutliche Steigerung in Landshut zu sehen war.

"Wir sind eine Stufe weiter gekommen", sagte Sturm, der sich besonders angetan zeigte vom Auftritt seines bisher einzigen Nordamerika-Legionärs Rieder: "Man sieht an seiner ganzen Art, wie wichtig er ist. Er macht fast alles richtig, wir werden noch viel Freude an ihm haben."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel