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Die deutsche Nationalmannschaft feiert in der WM-Vorbereitung einen Achtungserfolg. Marcel Goc bewahrt kühlen Kopf und belohnt die DEB-Aufholjagd.

Ein Achtungserfolg, einige Mutmacher, aber auch noch genügend Arbeit: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist zwar noch ein Stück von der nötigen WM-Verfassung entfernt, die Verstärkung mit NHL-Profi Tobias Rieder hat ihr aber spürbar gut getan.

Gegen den neunmaligen Weltmeister Schweden gewann die Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm nach einer Energieleistung in Landshut am Sonntag mit 3:2 (0:2, 0:0, 2:0, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen und machte die Schlappe vom Vortag in Rosenheim (1:3) wett.

Ihre beste Phase hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) dabei im letzten  Drittel des Sonntagsspiels, als der Olympiazweite mehrfach gehörig unter Druck geriet.

Jerome Flaake (42.) und Marcus Kink (55.) erzielten in Landshut die deutschen Treffer, den entscheidenden Penalty verwandelte Kapitän Marcel Goc.

Der ehemalige NHL-Profi war nach der Partie guter Laune. "Trotz des 0:2-Rückstands waren wir die spielbestimmende Mannschaft. Es ist gut, dass wir gegen eine große Mannschaft gewonnen haben", sagte er auf SPORT1.

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Heimspiel für Rieder

Beim DEB-Team hatte Hoffnungsträger Rieder (Arizona Coyotes) noch Anpassungsprobleme, deutete bei seinem Heimspiel in Landshut seine Klasse gleichwohl einige Male an und wurde auch zum besten Spieler gewählt.

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"Es gibt nichts Schöners, als auf eigemem Eis zu stehen", sagte Rieder, den die Fans nach Spielende noch minutenlang feierten, im Gespräch mit SPORT1. "Wir sind schwer ins Spiel gekommen, haben aber nicht aufgehört zu kämpfen und uns so die Chancen erarbeitet", analysierte der 23-Jährige.

Die Tre Kronor, noch gänzlich ohne Nordamerika-Legionäre angetreten, spielten drei Wochen vor Beginn der WM in Russland (6. bis 22. Mai) ihre läuferische Klasse und taktische Reife aus, zeigten aber auch Ermüdungserscheinungen.

Fehlende Präzision in Überzahl

Vor den Duellen gegen Schweden hatte Sturms Mannschaft zweimal gegen Tschechien (2:7, 1:2) verloren. Diesmal blieben zu viele Chancen ungenutzt. "Man muss gegen Schweden knallhart vor dem Tor sein", sagte Sturm. Besonders in Überzahl fehlten aber oft die Präzision und Kaltschnäuzigkeit, die gezeigte Leidenschaft aber war bemerkenswert.

Bei den nächsten Länderspielen am 22. und 23. April in Riga gegen Lettland sind in Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) und Patrick Reimer (Nürnberg Ice Tigers) weitere Verstärkungen mit an Bord. Die WM-Generalprobe steigt am 3. Mai in Basel gegen die Schweiz. Das Turnier beginnt für Sturms Mannschaft am 7. Mai in St. Petersburg gegen Frankreich.

Sturm dürfte am Ende der zweiten Phase der WM-Vorbereitung genügend Verbesserungspotenzial erkannt haben. Besonders das zweite Drittel in Rosenheim und der erste Abschnitt in Landshut offenbarten große Defensivprobleme.

Starke Leistung der Torhüter

Die DEB-Auswahl hatte es da den guten Torhüter Mathias Niederberger (Samstag) und Timo Pielmeier (Sonntag) zu verdanken, dass die Ergebnisse im Rahmen blieben. 

Sturm hatte vor allem in Über- und Unterzahl eine deutliche Steigerung gefordert und insgesamt einen Qualitätssprung sehen wollen - wohlwissend, dass es bis zur besten Verfassung "noch eine Zeit dauern" wird. Nach dem Wochenende wird Sturm den ersten Cut vornehmen, wie er ankündigte. "Der größte Teil wird weiter dabei sein, ein paar werden sich aber verabschieden müssen", sagte er.

Die DEB-Auswahl kann in Russland befreit aufspielen, weil sie keinen sportlichen Abstieg befürchten muss. Als Hauptgastgeber der WM 2017 (neben Frankreich) ist Deutschland gesetzt.

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