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Bundestrainer Marco Sturm verzichtet im Testspiel gegen Weißrussland auf zahlreiche Leistungsträger. Die Durchschlagskraft fehlt ohne Draisaitl und Co., die Abwehr wackelt.

Ohne ihre NHL-Jungstars Leon Draisaitl und Tobias Rieder fehlt der deutschen Nationalmannschaft die Durchschlagskraft.

Im vorletzten WM-Test unterlag das Team von Bundestrainer Marco Sturm Weißrussland in Oberhausen mit 3:4 (1:2, 0:1, 2:1). Dabei wurden neben dem Angriffsduo aus Nordamerika auch mehrere Stammspieler, die eine Pause erhielten, schmerzlich vermisst.

Sieben Tage vor dem Auftaktspiel bei der WM in Russland (6. bis 22. Mai LIVE im TV auf SPORT1) gegen Frankreich erzielten der Iserlohner Brooks Macek (6.), der Schweden-Legionär Felix Schütz (46.) und der Hamburger Jerome Flaake (57.) vor 3490 Zuschauern die Tore für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die erneut Schwächen in der Defensive offenbarte. 

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Die fünfte deutsche Niederlage im achten Vorbereitungsspiel für die Weltmeisterschaft (6. bis 22. Mai) besiegelten Alexej Kaljuschnij (7.), Andrej Stepanow (14. und 31.) und Alexander Pawlowitsch (54./Penalty). Am Freitag hatte das Sturm-Team mit Draisaitl und Rieder gegen Weißrussland noch mit 5:3 gewonnen.

"Es waren zwei gute Spiele", resümierte Sturm und meinte mit Blick auf die zweite Partie: "Wir hatten einen guten Start, aber die Weißrussen waren läuferisch spritziger. Aber kein Vorwurf an meine Mannschaft, sie hat 60 Minuten alles gegeben und bis zum Schluss eine Chance gehabt."

Am Sonntag soll der Kader stehen

Gegenüber dem ersten Vergleich rotierte Sturm kräftig: Die Paradereihe mit den NHL-Stürmern Draisaitl und Rieder sowie dem Nürnberger DEL-Topscorer Patrick Reimer, die für drei von fünf Toren verantwortlich gezeichnet hatte, blieb ebenso wie einige andere feste Größen draußen.

Dafür kamen unter anderem die frischgebackenen Münchner Meister Yannic Seidenberg und Frank Mauer zum Zuge. Auf insgesamt zehn Positionen stellte der Bundestrainer um, um allen WM-Kandidaten noch eine Chance zu geben.

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Am Sonntag will Sturm sein WM-Aufgebot bekannt geben, mit dem er auch die Generalprobe am kommenden Dienstag (19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Basel gegen die Schweiz bestreiten wird. Hinzu kommen noch NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff (Chicago Blackhawks) und der Mannheimer Routinier Marcel Goc.

Bei SPORT1 kündigte Sturm nach der Niederlage gegen Weißrussland an: "Im Kader wird sich jetzt einiges ändern." Zu einzelnen Namen wollte er sich jedoch nicht äußern.

Führung hat nicht lange Bestand

Wahrscheinlich stößt auch Abwehrspieler Konstantin Holzer, der mit den Anaheim Ducks in den Playoffs um den Stanley Cup ausgeschieden ist, zum WM-Team.

Für Draisaitl und Co. sprangen der Kölner Philip Gogulla, Schütz und Macek in die Bresche, die zunächst für den meisten Wirbel vor dem gegnerischen Tor sorgten.

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Das Tor des Deutsch-Kanadiers nach Gogullas Zuspiel brachte die DEB-Auswahl aber nur kurz in Führung, schon 103 Sekunden später kombinierten die Weißrussen ziemlich unbedrängt durchs deutsche Drittel zum Ausgleich.

Abwehr-Probleme unübersehbar

Wie schon am Freitag wackelte die Defensive bedenklich. Stepanow nutzte gleich zweimal Patzer in der deutschen Abwehr, die den Puck nicht aus der Gefahrenzone brachte. Im Angriff fehlte die Kaltschnäuzigkeit von Rieder und Co., vor allem die Gogulla-Reihe nutzte gut herausgespielte Torchancen nicht.

Im Tor hatte der Ingolstädter Timo Pielmeier deutlich mehr Arbeit als tags zuvor der Wolfsburg Felix Brückmann. Das deutsche Team tat sich sehr viel schwerer, die Kombinationen der Weißrussen zu unterbinden. Nach dem Anschlusstreffer von Schütz drängte die DEB-Auswahl in Überzahl auf den Ausgleich - ohne Erfolg. Pawlowitsch sorgte mit einem verwandelten Penalty für die Entscheidung.

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