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Oberhausen - Die neue Topformation um Tobias Rieder und Leon Draisaitl erwischt im ersten WM-Test gegen Weißrussland einen Blitzstart - und macht viel Mut. Doch eine Sorge gibt's.

NHL-Schwung im Angriff, Schwächen in der Abwehr:

Mit ihren Stars Leon Draisaitl und Tobias Rieder ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft eine Woche vor dem Auftaktspiel in der Offensive schon in WM-Form.

Dank des Doppel-Torschützen Rieder und des Vorbereiters Draisaitl besiegte das Team von Bundestrainer Marco Sturm im drittletzten Vorbereitungsspiel Weißrussland mit 5:3 (2:0, 2:3, 1:0), offenbarte aber noch große Probleme.

Starker Auftritt im WM-Test gegen Weißrussland: Das DEB-Team um NHL-Star Leon Draisaitl © dpa

"Wir haben im ersten Drittel sehr, sehr stark angefangen. Im zweiten Durchgang haben wir dann etwas nachgelassen, das darf uns eigentlich nicht passieren", sagte Draisaitl bei SPORT1. "Letztlich haben wir es aber relativ souverän gemacht."

Dritter Sieg im siebten Test

Ähnlich analysierte Torschütze Dominik Kahun das Spiel: "Wir haben nach dem 3:0 ein bisschen aufgehört zu spielen. Das müssen wir in jedem Fall verbessern. So eine hohe Führung kriegt man nicht oft."

Acht Tage vor dem WM-Start in Russland erzielten neben Torjäger Rieder von den Arizona Coyotes (29. und 35.) der Nürnberger Patrick Reimer bereits nach 33 Sekunden (1.), der Hamburger Jerome Flaake (17.) und Dominik Kahun (60.) vom deutschen Meister Red Bull München vor 3650 Zuschauern in Oberhausen die Treffer für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

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Für die Weißrussen, WM-Vorrundengegner in St. Petersburg, trafen Sergej Kostizyn (29.), Charles Linglet (31.) und Igor Usenko (34.).

Es war der dritte Sieg für das Sturm-Team im siebten Vorbereitungsspiel für die Weltmeisterschaft (6. bis 22. Mai).

Draisaitl und Rieder überragend

Am Samstag (ab 19.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM) treffen beide Mannschaften an selber Stelle erneut aufeinander.

Alle Augen richteten sich auf Jungstar Draisaitl, der nach seiner starken Saison bei den Edmonton Oilers in die Heimat zurückkehrte. "Wir sind eine gute Reihe", gab sich der Vielgelobte bei SPORT1 als Teamplayer. Alle Akteure brächten ihre Qualitäten im Team gut ein, ergänzte er.   

Bei Draisaitls einzigen Auftritt in Deutschland vor der WM führte der 20-Jährige die Paradereihe mit seinem NHL-Kollegen Rieder und DEL-Torjäger Reimer an.

Nach nur 33 Sekunden blitzte sein Können zum ersten Mal auf, als er das 1:0 durch Reimer vorbereitete.

Auch danach glänzte der WM-Hoffnungsträger als Passgeber. Gleich bei drei Überzahlspielen legte Draisaitl für seine Nebenleute auf, die allerdings die Chancen nicht nutzten. Besser machte es Flaake, der im Powerplay einen Schuss von Verteidiger Sinan Akdag ins Netz abfälschte.

Drei-Tore-Führung binnen fünf Minuten futsch 

Felix Brückmann vom Vizemeister Grizzlys Wolfsburg blieb im deutschen Tor lange beschäftigungslos, zu deutlich war zunächst die Dominanz des Sturm-Teams. Neben dem Goalie standen auch dessen Klubkollege Gerrit Fauser und die Münchner Meisterspieler Daryl Boyle und Dominik Kahun erstmals in der WM-Vorbereitung in der DEB-Auswahl.

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Nach dem 3:0 durch eine sehenswerte Einzelaktion von Rieder bekam Brückmann mehr Arbeit, weil die deutsche Abwehr Schwächen zeigte. 

Innerhalb von fünf Minuten war der Vorsprung verspielt. In Unterzahl brachte Rieder die DEB-Auswahl aber wieder in Führung. Kahun traf kurz vor Spielende ins leere Tor.

Nach den beiden Spielen in Oberhausen hat Sturm die Qual der Wahl. Acht Spieler muss der Bundestrainer noch aussortieren.

Denn bei der WM-Generalprobe am kommenden Dienstag (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM) in Basel gegen die Schweiz will er mit der Mannschaft antreten, die auch in St. Petersburg aufs Eis geht.

NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff (Chicago Blackhawks) und der Mannheimer Routinier Marcel Goc stoßen dann noch zum Team.

Im Stenogramm:

Deutschland - Weißrussland 5:3 (2:0, 2:3, 1:0)
Tore: 1:0 Reimer (0:33), 2:0 Flaake (16:22), 3:0 Rieder (28:01), 3:1 Sergej Kostizyn (28:20), 3:2 Linglet (30:29), 3:3 Usenko (33:17), 4:3 Rieder (34:42), 5:3 Kahun (59:48)
Schiedsrichter: Brill (Zweibrücken)/Krawinkel (Moers)
Zuschauer: 3650
Strafminuten: Deutschland 8 - Weißrussland 12
   

 

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