Video

Deutschland holt bei der WM ein 0:2 gegen Titelverteidiger Kanada auf und liefert einen grandiosen Fight. Erst im Schlussdrittel bricht Marco Sturms Team ein.

Keine Punkte, aber eine große Leistung: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat im Kampf "David gegen Goliath" die WM-Sensation gegen den haushohen Favoriten Kanada erst im Schlussdrittel verpasst.

Video

Das lange Zeit bärenstarke Team von Bundestrainer Marco Sturm brachte die NHL-Kufencracks in St. Petersburg beim achtbaren 2:5 (0:1, 2:1, 0:3) zwischenzeitlich an den Rand einer Niederlage und rehabilitierte sich für die 0:10-Schmach bei der WM vor einem Jahr.

"Ich bin stolz auf die Jungs. Sie haben wieder alles gegeben", sagte Sturm im Gespräch mit SPORT1: "Nach 40 Minuten waren wir die bessere Mannschaft."

Mit dem defensiv wie offensiv voll überzeugenden Auftritt gegen den Olympiasieger sammelte das Sturm-Team viel Selbstvertauen für das richtungsweisende Duell am Freitag (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen Weißrussland. Bei einem Sieg dürfen sich Leon Draisaitl und Co. weiter Hoffnungen auf den ersten WM-Viertelfinaleinzug seit fünf Jahren machen.

Patrick Reimer (32.) und Sinan Akdag (38.) ließen mit ihren Treffern zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich die DEB-Fans vom ersten WM-Sieg über Kanada seit 20 Jahren träumen.

"Die Sensation war greifbar weil wir über 40 Minuten richtig gut mitgespielt haben" sagte Torschütze Patrick Reimer nach dem Spiel zu SPORT1.

Fausers Treffer aberkannt

Pech hatte Deutschland, dass der Treffer zuvor von Gerrit Fauser (15.) nach Videobeweis aberkannt wurde. Der Wolfsburger hatte den Puck mit dem Schlittschuh über die Linie befördert. Taylor Hall (4. und 44.), Corey Perry (24.), Boone Jenner (47.) und Cody Ceci (54.) bescherten den lange schwachen Kanadiern den vierten Sieg im vierten Turnierspiel.

Video

Der nur wenige Stunden zuvor in St. Petersburg eingetroffene NHL-Torwart Thomas Greiss zog sich wie erwartet nur als Backup für Timo Pielmeier um. Der Profi der New York Islanders soll gegen Weißrussland sein Debüt bei einer A-WM geben.

Pielmeier machte in seinem wohl letzten Turnierspiel eine unglückliche Figur. Der Handgelenkschuss von Hall zum 0:1 war haltbar, den zweiten Gegentreffer leitete der Ingolstädter mit einem Fehlpass ein, der Patrick Hager zu einem mit einer Zweiminutenstrafe geahndeten Foul zwang. In Unterzahl fiel das 0:2.

Deutschland überrascht mit aggressiver Spielweise

Die DEB-Auswahl überraschte vor etwa 5000 Zuschauern mit einer aggressiven, aber disziplinierten Spielweise. 

Das Sturm-Team setzte Kanada anfangs schon im gegnerischen Drittel unter Druck - und kam zu einer Vielzahl an Chancen. Doch zunächst brachten die DEB-Cracks den Puck nicht am starken Kanada-Keeper Cam Talbot vorbei. Beim aberkannten Ausgleichstreffer von Fauser gab es von den rund 500 DEB-Anhängern lautstarke Pfiffe von den Rängen.

Video

Auch nach dem 0:2 ließen sich die deutschen Spieler nicht hängen und kamen durch Reimer, dem Noebels mit dem Schlittschuh den Puck zugespielt hatte, und Akdag zum verdienten Ausgleich. Erst im Schlussdrittel war zwischen dem Weltranglisten-13. und dem Olympiasieger ein Leistungsunterschied auszumachen.

Der bislang enttäuschende NHL-Jungstar Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers tat sich auch gegen seine Wahlheimat schwer, in die für ihn vorgesehene Rolle als Schlüsselspieler zu schlüpfen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel