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Das DEB-Team brennt auf das Viertelfinale und rechnet sich Chancen aus. Mit der offensiven Spielweise wächst auch der internationale Respekt vor der Mannschaft von Marco Sturm.

Ein bisschen Sightseeing in der Zarenstadt, im berühmten Kunstmuseum Eremitage die Seele baumeln lassen, den geschundenen Körpern Ruhe schenken - und dann vor dem Fernseher das nächste prominente "Opfer" studieren.

Nach dem Einzug ins WM-Viertelfinale als überraschender Gruppendritter und dem Mammutprogramm mit sieben Spielen in zehn Tagen genossen die deutschen Nationalspieler ihren ersten komplett freien Tag seit der Ankunft in St. Petersburg. (Der Spielplan der WM)

Das lange Warten auf den Kontrahenten in der K.o.-Runde (Do., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) brachte Leon Draisaitl und Co. überhaupt nicht aus der Ruhe, denn sie glauben in jedem Fall an ihre Außenseiterchance.

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Deutschland ohne Angst ins Viertelfinale

Egal ob die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in ihrem ersten Viertelfinale seit fünf Jahren am Donnerstag auf Gastgeber Russland oder den Weltranglistendritten Schweden trifft (Entscheidung fällt am Dienstagabend), sie ist trotz unglaublicher Verletzungssorgen für einen großen Kampf bereit. 

"Es wird so oder so schwer. Aber wir werden versuchen, eine große Nation zu schlagen", sagte Bundestrainer Marco Sturm nach dem mühsamen 4:2 zum Gruppenabschluss am Montagabend gegen Aufsteiger Ungarn.

Auch NHL-Verteidiger Korbinian Holzer, auf den gemeinsam mit Abwehrpartner Christian Ehrhoff und Torhüter Thomas Greiss viel Arbeit zukommen wird, will sich nicht schon im Vorfeld geschlagen geben: "Wir spielen hier nicht zur Gaudi."

Reindl spürt internationalen Respekt

Das Soll haben die Spieler und Sturm bei dessen WM-Premiere als Bundestrainer längst übererfüllt. Ein Jahr vor der Heim-WM in Köln hat das deutsche Eishockey international deutlich an Ansehen gewonnen. "In der ganzen Szene wird Deutschland wieder respektiert", berichtete DEB-Präsident Franz Reindl: "Sie merken, dass wir nicht mehr nur die Zerstörer sind, sondern jetzt auch kreativ nach vorne spielen und hart den Wettkampf suchen." 

Mit 22 Toren nach sieben Gruppenspielen hat das Sturm-Team schon jetzt mehr Treffer erzielt als beim letzten Viertelfinaleinzug 2011 und beim vierten Platz bei der Heim-WM im Jahr davor.

"Sie haben großartige Leistungen in der Vorrunde gebracht. So viele Tore hat die Nationalmannschaft selten geschossen", sagte der frühere Bundestrainer Hans Zach. In der Endabrechnung könnte Deutschland selbst bei einem Viertelfinal-Aus den sechsten Platz belegen und damit in der Weltrangliste vom derzeit 13. Rang deutlich nach oben klettern.

Bangen um Schütz

Die Leistung ist umso bemerkenswerter, weil das Verletzungspech fast schon tragische Ausmaße angenommen hat. Im Spiel gegen Ungarn verletzte sich Felix Schütz, der in sieben Gruppenpartien sieben Scorerpunkte erzielte und mit seinen Sturmkollegen Patrick Hager und Philip Gogulla die mit Abstand stärkste deutsche Angriffsreihe bildete, am Knie.

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Der Schweden-Legionär war unglücklich mit seinem Teamkollegen Daryl Boyle zusammengeprallt und wird bei der WM vielleicht nicht mehr auflaufen können.

Zuvor hatten schon NHL-Profi Tobias Rieder, Gerrit Fauser und Torsten Ankert verletzungsbedingt die Heimreise antreten müssen. Verteidiger Constantin Braun, der gegen Ungarn das entscheidende 3:2 (58.) erzielte, plagt sich seit Tagen mit einer schmerzvollen Fußverletzung herum. "Die Ausfälle sind natürlich bitter", sagte Holzer, "aber das schweißt uns nur noch mehr zusammen."

Rieder, der eigentlich neben Jungstar Leon Draisaitl der große Hoffnungsträger im DEB-Team war, schickte via Twitter Glückwünsche: "Super, was die Jungs da abliefern. Gratulation zum Einzug ins Viertelfinale." Rieder versah den Tweet sogar mit dem Hashtag "goforgold".

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