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Die NHL-Profis Dennis Seidenberg, Tobias Rieder und Leon Draisaitl (v.l.n.r.) sind heiß auf Olympia
Die NHL-Profis Dennis Seidenberg, Tobias Rieder und Leon Draisaitl (v.l.n.r.) sind heiß auf Olympia © DPA Picture-Alliance

München - Die deutschen Eishockey-Cracks kämpfen gegen Lettland um den Olympia-Traum (So., ab 16.55 LIVE im TV). SPORT1 zeigt, was Mut macht und welche Gefahr droht.

Dass den deutschen Eishockey-Cracks mit dem 6:0 gegen Österreich gerade eine eindrucksvolle Revanche gelungen war, merkte man ihnen kaum an. Zu sehr lag der Fokus bereits auf dem Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Gastgeber Lettland (Sonntag, ab 16.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Die Wiedergutmachung für "Cordoba on Ice" – nicht mehr als eine Randnotiz auf dem Weg zum großen Ziel: Olympia 2018 in Pyeongchang. Schließlich löst nur der Sieger des Vierer-Turniers das Ticket nach Südkorea.

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Vor dreieinhalb Jahren hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) das Ticket für Sotschi verpasst, der damalige 3:2-Siegtreffer gegen Österreich kam erst in der Verlängerung - das war zu spät. Doch der 4. September 2016 soll in positiver Erinnnerung bleiben.

SPORT1 zeigt, was vor dem Do-or-die-Spiel Mut macht und worauf das Team von Coach Marco Sturm Acht geben muss:

-   Deutsche NHL-Cracks on fire

"Wenn ich mich die letzten 20 Jahre zurückerinnere, fällt mir keine besser besetzte deutsche Nationalmannschaft ein als der jetzige Kader", war SPORT1-Experte Rick Goldmann bereits vor Beginn des Turniers optimistisch.

Die sieben NHL-Profis sorgen im Vergleich zur erfolgreichen WM noch einmal für einen Qualitätsschub. Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl hat trotz seiner ersten Einsätze im Nationalteam ebenso wenig Anpassungsprobleme wie Routinier Dennis Seidenberg, der nach mehrjähriger Abstinenz wieder für sein Land die Schlittschuhe schnürt.

Auch Leon Draisaitl findet immer besser in Schwung, mit seinem Tor zum 6:0-Endstand gegen Österreich traf er in Lettland erstmals.

Doch nicht nur offensiv kann sich Sturm auf seine Mannen verlassen. Während der Auftaktsieg gegen Japan (5:0) noch nicht als Gradmesser herhalten konnte, musste NHL-Goalie Philipp Grubauer gegen die Alpenrepublik mehrfach sein Können unter Beweis stellen – und meisterte dies mit Bravour.

-   "Cordoba on Ice": Motivation oder Druck?

Der Optimismus im deutschen Lager ist groß. "Zusätzlich heiß machen muss man uns nicht", sagte Patrick Reimer, "es ist unser großer Traum."

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Allerdings wurde bisher die nervliche Stabilität des Teams, das sich gleichermaßen aus "Jugend forsch" und Erfahrung zusammensetzt, noch nicht auf die Probe gestellt. Während Japan schlichtweg in allen Belangen unterlegen war, konnten die Österreicher die sich bietenden Chancen nicht nutzen. Wie Sturms Truppe auf Rückschläge reagiert, bleibt die große Frage.

Da neben Reimer auch fünf andere DEB-Cracks den bitteren K.o. in Bietigheim 2013 hautnah miterleben mussten, bleibt abzuwarten, ob bei einem möglichen frühen Rückstand nicht doch das Nervenflattern einsetzt, auch wenn Reimer beschwichtigte, Bietigheim sei "weit weg".

-   Lettland setzt auf die Kulisse

Die Letten, die dem 8:2 gegen Österreich ein 3:1 gegen Japan folgen ließen, setzen auf die Eingespieltheit und den Heimvorteil. Rund 11.000 lautstarke Fans werden in der Arena Riga erwartet. "Sie haben bislang auch ein sehr starkes Turnier gespielt und sind auf Augenhöhe mit uns. Sie haben natürlich den Heimvorteil, aber auch auf ihnen lastet ein großer Druck", warnt Deutschlands Routinier Christian Ehrhoff sein Team vor der Kulisse.

Auch Sturm sieht in der Kulisse nicht unbedingt einen Vorteil für die Balten. "Mit diesem Druck muss man erstmal klarkommen. Das kann auch hemmen", sagte der Bundestrainer.

Neben den NHL-Legionären Zengus Girgensons (202 Spiele für Buffalo) und Torwart Kristers Gudlevskis (zwei Einsätze für Tampa Bay) ist Kapitän Kaspars Daugavins, der ebenfalls schon NHL-Luft schnuppern konnte, der größte Name. Bester Torschütze ist bislang Andris Dzerins (HC Hradec Kralove, drei Treffer). Ein Großteil des Kaders von Coach Harald Vasilijews steht in der starken russischen Liga KHL unter Vertrag.

-   Bilanz spricht für Deutschland

Gegen die Letten hat die DEB-Auswahl zuletzt immer gut ausgesehen: Bei den Weltmeisterschaften 2013, 2014 und 2015 gab es drei Siege (1:0, 3:2, 1:0), die letzte Niederlage in einem Pflichtspiel liegt über vier Jahre zurück (2:3 bei der WM 2012). Auch in der Gesamtbilanz in Pflichtspiel hat das DEB-Team klar die Nase vorn (8 Siege, 2 Niederlagen, 1 Unentschieden).

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