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Das deutsche Eishockey-Team startet mit einem mühelosen Pflichtsieg in die Qualifikation für Olympia 2018. Gegen Japan lässt das Team von Marco Sturm nichts anbrennen.

Völlig mühelos haben die deutschen Eishockey-Nationalspieler um Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl die erste Hürde auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2018 genommen.

Das Team von Bundestrainer Marco Sturm bezwang mit sieben NHL-Profis zum Auftakt des Qualifikationsturniers in Riga den krassen Außenseiter Japan mit 5:0 (2:0, 3:0, 0:0) und spielte sich dabei für die nächsten schwierigeren Aufgaben ein. Einziges Manko war die schwache Trefferquote.

 "In der offensiven Zone müssen wir einiges verbessern", urteilte Sturm: "Da muss mehr kommen."

526 Tage vor den Winterspielen in Pyeongchang/Südkorea ließ die drückend überlegene Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zahlreiche hochkarätige Torchancen ungenutzt. Der Neu-Münchner Brooks Macek (4.), der Kölner Patrick Hager (18.), Tobias Rieder von den Arizona Coyotes (23.), Tom Kühnhackl von den Pittsburgh Penguins (25.) und Schweden-Legionär Felix Schütz (28.) trafen gegen den völlig überforderten Sechsten der B-WM.

Deutlich mehr Arbeit erwartet Sturms Team am Freitag (14.30 Uhr LIVE auf SPORT1) gegen Österreich."Sie haben eine Arbeitermannschaft mit Geschwindigkeit und ein paar NHL-Spielern", meinte der Bundestrainer: "Da kommt einiges auf uns zu."

Ob Kühnhackl und Co. das Olympia-Ticket lösen, entscheidet sich erst im letzten Spiel am Sonntag (17 Uhr LIVE auf SPORT1) gegen Gastgeber Lettland. Nur der Turniersieger fliegt in 17 Monaten nach Südkorea.  

Schon in den ersten Minuten wurden vor gerade mal 150 Zuschauern die Kräfteverhältnisse überdeutlich: Das Geschehen spielte sich fast ausschließlich im japanischen Drittel ab. Die DEB-Auswahl kombinierte nach Belieben und ging nach einem mustergültigen Pass von NHL-Jungstar Leon Draisaitl auf Macek auch früh in Führung. Dennoch war die fehlende Spielpraxis nicht zu übersehen: Das letzte Anspiel war oft genauso unpräzise wie der Torschuss.  

"Man merkt bei dem einen oder anderen, dass er erst seit ein, zwei Wochen auf dem Eis steht", sagte Sturm. Vor allem die NHL-Profis, deren Saison erst im Oktober beginnt, sind noch längst nicht in Bestform. "Es ist schon eine echte Herausforderung, schon jetzt auf dem Toplevel zu sein", meinte der Bundestrainer.

So dauerte es 14 Minuten, bis Hager das 2:0 erzielte. Die Japaner, für Sturm "ein Buch mit sieben Siegeln", kamen minutenlang nicht aus ihrer Zone heraus und wussten sich oft nur mit unerlaubten Weitschüssen zu helfen. Die Asiaten, die vom früheren DEL-Spieler und Trainer Greg Thomson betreut werden, tauchten nur ganz selten vor NHL-Torhüter Philipp Grubauer auf.

Nach drei Toren innerhalb von fünf Minuten zu Beginn des zweiten Abschnitts war das Spiel entschieden, Kühnhackl und Co. absolvierten danach eine bessere Trainingseinheit.

Nach dem historischen Aus vor Sotschi 2014 ist der Druck besonders groß. Nachdem die DEB-Auswahl vor dreieinhalb Jahren erstmals auf sportlichem Weg Olympia verpasste, will sie jetzt unbedingt zurück auf die größte Bühne. "Es ist ein Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft, die ganze Sportart hängt daran", sagte DEB-Präsident Franz Reindl.

Das Spiel im Stenogramm: 

Deutschland - Japan 5:0 (2:0, 3:0, 0:0)
Tore: 1:0 Macek (3:26), 2:0 Hager (17:25), 3:0 Rieder (22:07), 4:0 Kühnhackl (24:44), 5:0 Schütz (27:56)
Zuschauer: 150
Schiedsrichter: Gebei (Ungarn), Nord (Schweden)
Strafminuten: Deutschland 6 - Japan 16

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