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Mark Cuban (r.) und Brian Krzanich, CEO von Intel (l.), bei den Intel Extreme Masters San Jose © Twitter - @ESL

Mark Cuban kokettiert mit ein Investment, ein russischer Oligarch ist schon drin: Der eSports lockt mächtige Förderer an - nicht immer zu seinem Besten.

Von Marco Gnyp

Am ersten Tag der Intel Extreme Masters in San Jose bekamen die Fans neben dem Viertelfinale in League of Legends auch ein Charity-Showmatch zu sehen. Mark Cuban, der Besitzer der Dallas Mavericks, schwang dabei selbst die Maus.

Im Interview vor dem Match schloss er nicht aus, in Zukunft auch ein direkter Teil der League of Legends-Szene sein zu wollen. Cuban ist bereits Mitglied einer Gruppe, die 7 Millionen US-Dollar in Unikrn, einen eSports-Buchmacher, investierte.

Obwohl die eSports-Branche noch in den Kinderschuhen steckt, häuften sich in den vergangenen Wochen Meldungen dieser Art. So kündigte beispielsweise der Oligarch Alisher Usmanov an, über sein Unternehmen USM Holdings 100 Millionen US-Dollar in die russische Organisation Virtus.pro stecken zu wollen.

NA LCS als Hauptziel

Vor allem aber Nordamerikas League of Legends Championship Series ist aktuell von diesem Trend betroffen: Mark Mastrov und Andy Miller, zwei Teil-Besitzer des NBA-Teams Sacramento Kings, formierten Mitte November NRG eSports.

Zieht es Huni (r.) und ReignOver (m.) nach Nordamerika? © Riot Games

Zur Investorengruppe der neu gegründeten Organisation Immortals zählt unter anderem Machine Shop Ventures - der Business-Arm von Rock-Band Linkin Park. Aktuell sind noch zahlreiche League of Legends-Profis ohne Vertrag, die beispielsweise bei Immortals anheuern könnten.

So auch die Koreaner Huni und ReignOver, die erst am Montag ihren Ausstieg bei Fnatic ankündigten, obwohl das ehemalige Lineup sehr erfolgreich war. Die Organisation konnte sich über die finanziellen Aspekte nicht mit den beiden Spielern einigen. Fnatic-Akteur Rekkles erklärte auf seinem Stream, dass nordamerikanische Teams teilweise das Dreifache der europäischen zahlen und deswegen für viele Spieler deutlich lukrativer sind.

Negativbeispiel Gravity Gaming

Grundsätzlich helfen Investitionen der noch jungen Branche weiter, da unter anderem die Organisationen selbst den nächsten Schritt machen und Infrastrukturen ausgebaut werden können.

Dass diese aber mit Vorsicht genossen werden sollten, zeigt das Beispiel Gravity Gaming: Der 19-jährige Besitzer Davis Vague ist der Sohn von Richard Vague, einem erfolgreichen Geschäftsmann aus den USA.

Er verlor nach weniger als einem Jahr das Interesse und erklärte öffentlich die Absicht, das Team verkaufen zu wollen. Mittlerweile haben bereits drei Spieler das Lineup verlassen, sodass die Zukunft der Organisation besiegelt zu sein scheint.

TLO mahnt zur Vorsicht

Ausgerechnet Virtus.pro-Einsteiger Alisher Usmanov scheint eine nicht gerade weiße Weste zu besitzen. Der frühere britische Botschafter in Usbekistan, Craig Murray, bezeichnete 2007 den Oligarchen in einem Blog unter anderem als "Verbrecher, Halsabschneider und Heroin-Schieber."

StarCraft 2-Profi TLO warnte im SPORT1-Interview vor naiver Euphorie aufgrund der wachsenden Aufmerksamkeit aus dem Mainstream.

Seiner Meinung nach "sollte man vorsichtig damit umgehen und sich nicht an die falschen Leute verkaufen. Nicht jeder, der plötzlich Interesse zeigt, versteht den eSports auch zwangsläufig. Viele möchten bestimmt nur schnellen Profit machen und das Ganze in den Sand fahren."

Diesen Weg muss ein mögliches Engagement von Mark Cuban nicht unbedingt einschlagen. Aber wie so häufig muss sich die Frage gestellt werden, ob dem jungen und noch instabilen Konstrukt eSports mit märchenhaften Investitionen immer geholfen ist.

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