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Das Turnier schauten teilweise mehr als 10.000 Zuschauer vor Ort und mehr als 1,2 Millionen Zuschauer Online. © ESL - Helena Kristiansson

Anfangs ein Zeitvertreib, heute ein millionenschwerer Hype. eSports weckt immer mehr Aufmerksamkeit. Doch was ist eSports und wo kommt es her? SPORT1 ist ab sofort mit einem eSports-Channel vertreten - und erklärt das weltweite Massenphänomen.

Zuerst ging es um ein Jahresabo der Musikzeitschrift „Rolling Stone", heute stehen Millionen auf dem Spiel.

eSports, also Computerspiele spielen auf Wettbewerbsniveau, erobert die Sportwelt.

Der Begriff entstand Ende der 90er Jahre aus den Wörtern „electronic“ und „Sports“. Die Anfänge gehen aber bis 1972 zurück. An der Standford University in den USA duellierten sich Studenten im ersten organisierten Wettkampf beim Spiel „Spacewar!“, in dem sich die Gamer gegenseitig mit Raumschiffen abschießen mussten.

Die Prämie war ein Jahr gratis „Rolling Stone“ lesen.

Heute finden Turniere in Fußballstadien statt und die Preise sind wertvoller: Bei "The International 2015" wurden 18 Millionen Dollar an Preisgeldern ausgeschüttet. Allein das siegreiche Team „Evil Geniuses“ gewann sechs Millionen Dollar.

Das sind die fünf größten Spiele des eSports

League of Legends: LoL ein sogenanntes “Multiplayer Online Battle Arena Game” (MOBA), das heißt, mehrere Gamer spielen im Wettbewerb auf immer baugleichen Karte (genannt: „Map”). Zwei Teams mit jeweils fünf Helden kämpfen gegeneinander. Dabei wählen die Gamer aus einem Pool von über 100 Helden. Mit Gegenständen und Fähigkeiten lassen sich die Helden in verschiedene Richtungen entwickeln, ein modernes, taktisches Schachspiel in Echtzeit entsteht.

Dota2: Das "MOBA" unterscheidet sich vom Spielprinzip (Fünf gegen fünf) kaum von LoL, weswegen es eine heftige Rivalität zwischen den Fanlagern beider Spiele gibt. Ziel ist es, mit den Helden und ihren Fähigkeiten die Basis des Gegners („The Ancient“) zu zerstören. Mit 10 Millionen aktiven Spielern ist es eines der meistgespielten Games der Geschichte.

StarCraft II: Das vielleicht komplexeste Game: Bei dem Echtzeit-Strategiespiel stehen drei teils sehr unterschiedliche Rassen zur Verfügung. Die Spieler erteilen ihren Einheiten und den errichteten Gebäuden unzählige Befehle, um den Gegner auf variierenden Maps zu eliminieren. Spitzenspieler kommen dabei auf mehr als 300 apm (Aktionen pro Minute). Bislang fanden bei Turnieren nur Partien im Modus „1-on-1“ statt, eine Einführung der Spielversion „2-on-2“ steht bevor. Vor allem in Südkorea sind StarCraft-Spieler Superstars – sogar für Fußball-Nationalspieler der Asiaten.

Counter-Strike: Global Offensive: Wohl der Großteil der Spielerszene kennt den First-Person-Shooter Counter-Strike:Global Offensive. In der aktuellsten Version des Spiels treten jeweils fünf Spieler gegeneinander an. Die Ziele „Bombe entschärfen“ oder „Geiseln befreien“ stehen im Vordergrund, aber auch das  Eliminieren aller Gegner führt zum Sieg, was dieses Spiel auch immer wieder zum Ziel heftiger Kritik werden lässt. 

Hearthstone: Kaum zu glauben, aber auch ein Kartenspiel erobert die eSports-Szene. Vom Erfolgsstudio „Blizzard“ entwickelt, geht das Spiel auf den Sammelkarten-Oldie „Magic: The Gathering“ zurück. Jeder Spieler hat ein individuell zusammengestelltes Karten-Deck (Zusammenstellung von mehreren Karten). Wer zuerst die 30 Lebenspunkte des Gegners auf 0 reduziert, gewinnt.

perspektivisch: Rocket League: In leistungsgleichen, individuell veränderbaren Autos versuchen die Spieler, einen monströsen Ball im Tor unterzubringen. Dabei behilflich sind Funktionen wie Tempoboosts und die Möglichkeit mit dem Auto zu springen bzw. sogar zu fliegen. Am 10. Juli fanden die ersten offiziellen Turniere statt – drei Tage nach der Veröffentlichung.

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