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Das WM-Finale in League of Legends füllte die Mercedes-Benz-Arena in Berlin. © Riot Games

Jedes Jahr wird der eSports professioneller, weswegen auch Wetten auf den Ausgang von Matches zwischen Profi-Gamern immer beliebter werden.

Vor allem beim Titel League of Legends verzeichnete bwin nach eigenen Angaben einen massiven Zuwachs an Einsätzen und Wetten. Das Finale der letztjährigen Weltmeisterschaft in League of Legends fand in der Berliner Mercedes-Benz-Arena statt und war innerhalb weniger Minuten vollständig ausverkauft.

eSports mit massivem Wachstum

So soll der Umsatz der League of Legends-Wetten im Jahr 2016 160% des Umsatzes der Gesamtsiegerwette für diese Saison der UEFA Champions League betragen, wenn die bisherige Entwicklung in diesem Ausmaß weitergeht und die Zahlen von 2014/2015 für die Fußball-Wette herangezogen werden können.

Zusätzlich sollen die ersten 66 Tage des Jahres rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes im eSports-Bereich von bwin ausmachen. eSports-Wetten sind bei diesem Anbieter seit dem 1. Juni 2015 möglich.

Bei bwin kommen die meisten Wetten auf eSports-Begegnungen aus Deutschland: ganze 41% gehen auf das Konto von Bürgern der Bundesrepublik. Es folgen Österreich mit 15% und die Niederlande mit 13%.

Konkurrenten ziehen nach

Auch andere bekannte Online-Buchmacher wagten in der Vergangenheit den Schritt, Wetten auf den elektronischen Sport anzubieten. Neben bet365 und bet-at-home gehört auch Pinnacle Sports dazu. Obwohl sich die Geister an der Frage scheiden, ob der eSports ein richtiger Sport ist, lassen sich Parallelen zu traditionellen Disziplinen nicht leugnen.

Spieler oder Mannschaften treten in Wettbewerben um Preisgelder und Trophäen gegeneinander an. Die sportliche Unvorhersehbarkeit ist, wie bei allen anderen physischen Sportarten, gegeben, sodass es nur natürlich ist, dass nach und nach auch die Wettanbieter auf den Zug aufspringen.

Wett-Skandale erschüttern die Szene

Wie auch im traditionellen Sport ist es im eSports unumgänglich, dass Wetten und Skandale Hand in Hand gehen. Überwiegend aus Südkorea, dem Vorzeigeland des eSports, rankten sich immer wieder Meldungen um Wett-Betrug und Absprachen vor Matches.

Gerade in Südkorea ist das Vergehen noch einmal deutlich schärfer einzustufen, was die Täter allerdings nicht davon abschreckt, wenn der potenzielle Gewinn stimmt. So machte erst vor wenigen Wochen die Meldung Schlagzeilen, dass sich die StarCraft II-Legende Lee "Life" Seung Hyun aus diesem Grund in Untersuchungshaft befindet. Life hatte in seiner aktiven Karriere rund eine halbe Million US-Dollar an Preisgeldern erspielt.

Schon der Vorgängertitel StarCraft: Broodwar hatte mit der Problematik des Wett-Betrugs zu kämpfen. Ma "sAviOr" Jae Yoon, der zu seinen besten Zeiten zwischen 2005 und 2007 ein dominanter Spieler war, wurde 2010 des Wett-Betrugs überführt.

Er wurde permanent von Wettbewerben der Korean eSports Association (KeSPA), also quasi der UEFA des koreanischen eSports, ausgeschlossen. Seine Erfolge in der KeSPA-Zeit wurden ihm nachträglich aberkannt. Zusätzlich musste er 120 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und für zwei Jahre auf Bewährung ins Gefängnis. Auch in dieser Hinsicht existieren Parallelen zum traditionellen Sport, denn der Skandal um Robert Hoyzer versetzte den deutschen Fußball ebenfalls in einen Schockzustand.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: LINK.

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