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Die Konterdecks in Clash Royale sorgen für Kontoversen © Supercell

Im Mobile Game Clash Royale herrscht seine sehr hohe Deck-Variabilität. Für den Zuschauer ist das gut, die Profis sind allerdings nicht erfreut.

Von Gabriel Heidenfelder

Clash Royale ist ein Spiel im dauerhaften Wandel. Neue Kartekombinationen und Decks steigen und fallen fast wöchentlich. Die sehr aktiven Entwickler sorgen mit Abschwächungen und Verstärkungen von Karten ebenfalls für eine ständige Veränderung des Metas.

Viel Abwechslung für Zuschauer

Diese häufigen Veränderungen und die hohe Deck-Diversität sorgen bei Profiturnieren für einen enormen Unterhaltungswert.

Die Gegner müssen sich auf bestimmte Konterkarten des Gegners einstellen und um bestimmte Kombinationen herumspielen.

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Durch die Vielzahl an benutzbaren Karten sind auch oftmals sehr ausgefallene und unerwartete Deck-Archetypen zu sehen. Den Profis bei den verschiedensten Decks zuzusehen, kann sehr spannend sein, da man sich nie über die benutzten Karten sicher sein kann.

So äußerte sich auch der professionelle Clash Royale-Spieler Lucas „BigSpin“ Nägeler über die aktuelle Deck-Diversität:

“Viele Decks sind nebeneinander spielbar. Das sorgt zum einen dafür, dass es dem gewöhnlichen Spieler abwechslungsreich wirkt und die breite Spielerschaft möglicherweise mehr Spaß hat“

Schere, Stein, Papier

Da sich viele Karten in Clash Royale gegenseitig kontern, kommt durch die hohe Deck-Diversität ein Schere-Stein-Papier-Prinzip zustande. Bestimmte Decks und Karten können gegen das jeweilige Konterdeck kaum gewinnen.

So werden Tanks oftmals von spezifischen Karten wie der Skelettarmee gekontert. Diese wiederum sind sehr schwach gegen Knall.

Diese Mechaniken in Clash Royale führen dazu, dass ein gekontertes Deck kaum eine Chance hat, das Spiel zu gewinnen. Vor allem im kompetitiven Bereich ist dies ein Problem. Da es kaum Einschränkungen zur Deckwahl gibt.

So sieht es auch ein weiterer professioneller Spieler Domenic „Chefstrobel“ Strobel:

“Jedoch ist es des Öfteren so, dass Spieler öfter in Konterdecks laufen und nur eine geringe oder gar keine Chance haben, da das Matchup schon entschieden hat“

Fluch für die kompetitive Szene?

Dieses Prinzip ist für den Profispieler also eher eine negative Seite. Auch wenn der Unterhaltungswert für Zuschauer steigt, so kann ein guter Spieler manchmal schon früh ausscheiden, da er per Zufall vom gegnerischen Deck gekontert wurde.

Die Tragweite ist sehr bedeutend, da der gekonterte Spieler oftmals kaum eine Chance auf den Sieg hat.

BigSpin:

“Besonders dramatisch in der letzten Meta war, dass gute Matchups nicht 55/45 und schlechte nicht 45/55 waren, sondern zum Teil 80/20 und höher.“

Somit artet das Clash Royale-Spiel zu manchen Zeiten in ein Glücksspiel aus, da man nicht weiß, was der Gegner spielen wird.

Lösung durch Einschränkung?

Um wieder Skill vor Konter-Glück zu belohnen könnte man einige Gegenmaßnahmen ergreifen. So könnte man beispielsweise in Turnieren die Regel zum Deckwechsel einführen. Dies ist in anderen Kartenspielen mit kompetitiver Szene, beispielsweise Hearthstone, bereits gängige Regel.

Durch die Stärke von bestimmten Karten kann man ebenfalls die Meta in eine Richtung beeinflussen.

BigSpin:

“In der aktuellen Meta bestimmen Rammbock, Banditin und Nachthexe die Meta. Durch die Dominanz dieser Karten und gleichzeitig die Tatsache, dass es keinen Hardcounter / kein Hardcounterdeck für Decks mit diesen drei Karten gibt, wurde der Schere-Stein-Papier-Faktor wieder etwas in den Hintergrund gedrängt.“

Somit gibt es vielfältige Lösungsmöglichkeiten für das Problem. Es bleibt nur abzuwarten, ob Supercell und die Veranstalter auf lange Sicht die Initiative ergreifen und den Protest der Spieler erhören.

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