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Faker (r.) feierte in Berlin seinen zweiten WM-Titel © Riot Games

Faker gewann als erster Spieler gemeinsam mit seinem Team-Kollegen bengi zum zweiten Mal die WM. Zwischen beiden Titeln lagen aber auch Misserfolge.

Von Marco Gnyp

Faker gilt als der beste Spieler aller Zeiten in League of Legends. Fans vergöttern ihn, Experten verneigen sich vor ihm und der Chinese Cool bezeichnete ihn bei der WM 2013 als "Unkillable Demon King".

Erneuter Aufstieg

Nur selten verläuft die Karriere eines Athleten konstant erfolgreich. Selbst der Lionel Messi der LoL-Szene musste in seiner Laufbahn harte Zeiten durchstehen. Dafür kam er 2015 stärker denn je zurück und bewies allen Kritikern, dass er immer noch die Nummer eins ist.

Spätestens mit seinem zweiten WM-Pokal, den er am 31. Oktober in der Mercedes-Benz Arena in Berlin in die Höhe halten durfte, vollendete Mid-Laner Faker seine Rückkehr an die Spitze. Unterm Strich steht auf dem Papier ein fast perfektes Jahr 2015.

Faker eroberte sich seinen Thron zurück © YouTube / OnGameNet

Das Markenzeichen der besten Sportler ist, dass sie sich niemals zufrieden geben und stets neue Dimensionen anstreben. So ist auch der 19-jährige Südkoreaner selbst sein größter Kritiker. Stets bodenständig und gewillt, die eigene Leistung auf das Maximum zu bringen und neue Maßstäbe zu setzen.

Geteilte Einsatzzeit

Die Maßnahme von SK Telecom T1 und Coach kkOma, Faker und Easyhoon im Spring Split abwechselnd fast zu gleichen Teilen einzusetzen, verstand der Super-Star als indirekten Aufruf, an der eigenen Form zu arbeiten und sich spielerisch zu verbessern.

Nach dem verlorenen Finale beim Mid-Season Invitational folgte ein beeindruckender Lauf von Faker und SKT, der an die glorreiche Zeit Ende 2013 erinnerte. Spielerisch leicht, fast schon lächerlich einfach schien der Weg zum zweiten WM-Titel.

Dabei war es nicht einfach, aber Faker ließ es einfach aussehen. Innovative Picks, nahezu perfekte Mechanics und eine Team-Koordination, die ihresgleichen sucht. Der Südkoreaner und seine Kollegen überzeugten individuell, aber auch als Team und holten – nach einem Jahr Abwesenheit - die begehrte Trophäe in Berlin zurück.

2014: Rekord und Abstieg

Nach dem ersten Titelgewinn auf der internationalen Bühne im Oktober 2013 lief die Maschinerie SK Telecom T1 für wenige Monate so weiter, ehe sie im Frühling 2014 mächtig ins Stottern kam.

Zunächst setzten Faker und Co. im Winter-Split von OGN: The Champions einen neuen Rekord, denn das Team verlor keine einzige Map auf dem Weg zum Triumph in der koreanischen Liga. 15:0 lautete die Statistik am Ende. Ein Rekord, der bis heute ungebrochen ist.

Selbst für Faker lief es nicht immer rund © Riot Games

Es war das erste und bisher einzige Mal, dass ein koreanisches Team für einen gesamten Split ungeschlagen blieb. Anschließend aber schied SK Telecom T1 K (zu diesem Zeitpunkt noch mit dem Zusatz "K") im Spring- und Summer-Split gegen den späteren World Champion Samsung White jeweils mit 1:3 im OGN-Viertelfinale aus.

Der WM-Fluch soll gebrochen werden

Mit dem gleichen Ergebnis unterlag Faker im koreanischen Qualifier für die S4WC NaJin White Shield und verpasste als damals amtierender Weltmeister eine erneute Teilnahme.

Diese Tradition wurde bis heute ohne Ausnahme fortgeführt. Kein Weltmeister konnte sich im Jahr nach dem großen Triumph für das wichtigste Turnier des Jahres als amtierender Titelverteidiger qualifizieren.

2016 erhalten Faker und SK Telecom T1 eine zweite Chance, diesen Fluch zu brechen. Ob sie es schaffen werden, steht bisher in den Sternen. Eins ist jedoch sicher: Der "Unkillable Demon King" wird alles daransetzen, seine Herrschaft fortzusetzen.

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