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Die Intel Extreme Masters in Kattowitz wurden von über einer Million Fans gleichzeitig verfolgt © ESL - Kirill Bashkirov

Inzwischen geht es bei Videospiel-Turnieren wöchentlich um Hunderttausende Euro an Preisgeldern, während Millionen von Zuschauern via Livestream mitfiebern. SPORT1 wirft einen Blick auf das explodierende Phänomen.

Mehrere Profi-Gamer sind inzwischen Millionäre. Ihre Erfolgsstorys sind dabei gut vergleichbar mit denen von Lionel Messi im Fußball oder Michael Jordan im Basketball.

Mehr als nur gemütliches Zocken

eSports-Profis investieren teilweise zwölf Stunden täglich in das Training ihrer motorischen Fähigkeiten, ihres Spielverständnisses sowie in das Studium ihrer Kontrahenten.

Es sei dahin gestellt, ob man ihre Tätigkeit als "Sport" betitelt - das meint Dario "TLO" Wünsch, der selbst ein Top-Spieler ist: "Solange Leute die schwere Arbeit und die Fähigkeiten respektieren, welche wir besitzen, ist das okay. Das ist doch egal, wie man uns dann nennt."

"Wir brauchen Durchhaltevermögen, Teamgeist, Fairness, Disziplin und zehntausende Stunden an Training. Das ist bei uns genauso wichtig, wie in traditionellen Sportarten", führt er fort. "Es gibt dabei auch eine physische Komponente - vergleichbar mit der beim Rennfahren oder Darts. Reflexe, Fingerfertigkeit, taktisches Denken und Konzentrationsfähigkeit sind die wichtigsten Fähigkeiten, die ein eSports-Profi besitzen muss."

Dass man seinen Körper dabei überstrapaziert, ist auch beim eSports möglich. TLO selbst musste zwei Jahre lang einen Gang runter schalten, denn er hatte wegen einer Sehnenscheidenentzündung und des Karpaltunnelsyndroms starke Schmerzen - es handelt sich um die Berufskrankheit unter eSportlern. "Ab und zu kommen immer noch Schmerzen auf, doch ich weiß jetzt, dass physischer Ausgleichssport sehr wichtig ist, um das Ganze zu verhindern."

Es geht um Millionen

All die Mühen lohnen sich jedoch für erfolgreiche eSportler, denn inzwischen stehen atemberaubende Geldmengen an der Tagesordnung. Ein Turnier, das The International, schüttete im vergangenen Jahr beispielsweise ganze 18 Millionen US-Dollar unter den Teilnehmern aus.

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Andere Events, die öfter als nur einmal im Jahr stattfinden, warten gleichzeitig ebenfalls mit siebenstelligen Beträgen auf.

Außerdem werden die Übertragungen dieser eSports-Events von mehreren Millionen Zuschauern über Livestreams verfolgt. 

Angesichts dieser riesigen Reichweite sind natürlich auch Sponsoren auf die Branche aufmerksam geworden - Spielergehälter bewegen sich nicht selten im sechsstelligen Bereich.

Mehrere Disziplinen

eSports ist nicht gleich eSports - es gibt mehrere Videospiele, die inzwischen in Wettkämpfen ausgetragen werden.

Zu den wichtigsten Spielen zählen "League of Legends", "Dota 2" und "Heroes of the Storm". Sie gehören dem Genre der "MOBA" an.

Dabei treten zwei Teams aus jeweils fünf Spielern auf einem Spielfeld gegeneinander an, wo jede Seite über eigene Gebäude verfügt.

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Mit ihren Spielfiguren, den "Helden", bewegen sich die Akteure über dieses Spielfeld - das Ziel: Das letzte Gebäude der Kontrahenten zerstören. 

Gleichzeitig möchte man natürlich seine eigene Basis verteidigen, weshalb sich die Champions in Kämpfen gegenüberstellen.

Tiefe wird dem Spiel durch die Zusammenstellung der Teams gegeben - man kann aus einem Pool von über 100 verschiedenen Champions wählen und dabei versuchen, seine Kontrahenten zu kontern. Ebenso müssen sie sich darüber Gedanken machen, wer sich wo auf dem Spielfeld positioniert.

Leicht zu lernen, schwer zu meistern

Außerdem benötigt es unzählige Stunden an Training, die Fähigkeiten und Eigenheiten der verschiedenen Champions zu verstehen und präzise anzuwenden. 

Ein Limit wird dabei praktisch nie erreicht und es bleibt immer Optimierungspotenzial. Star-Spieler wie der League of Legends-Profi "Faker" werden nicht ohne Grund bereits seit Jahren als Koryphäe gehandelt.

Obwohl zig Millionen Menschen in ihrer Freizeit oder Profession League of Legends zocken, kann ihm keiner das Wasser reichen.

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