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Die Spieler sind die Stars im eSports, doch im Hintergrund nimmt die Wichtigkeit von Trainern, Analysten und anderen Positionen innerhalb eines Teams zu.

Immer mehr Organisationen vertrauen auf einen erweiterten Trainer- und Mitarbeiterstab, nachdem andere auf diese Art und Weise bereits große Erfolge feiern konnten.

Können und Autorität sind nötig

Wie auch im traditionellen Sport besitzen die besten Teams im eSports fähige Trainer, die den Überblick behalten und wissen, woran und wie die eigenen Spieler arbeiten sollten.

Im beliebtesten Titel League of Legends wurde die Rolle des Trainers in Europa und Nordamerika langsam mit der Entstehung der League of Legends Championship Series (LCS) Anfang 2013 eingeführt.

Südkorea, die eSports-Nation schlechthin, ist im Bereich der Infrastruktur dem Westen viele Jahre voraus. Vor allem Trainer, die in der Regel älter sind, als die Spieler, genießen unter anderem auch aufgrund es Altersunterschiedes ein hohes Ansehen und Respekt.

In der westlichen Szene gibt es immer noch Ausnahmen, in denen es ein Trainer nicht schafft, sich den Respekt seiner Spieler zu verdienen oder diesen nach einer schlechten Phase verliert. In manchen Fällen, in denen Star-Spieler zum Lineup gehören, erhalten Trainer von der eigenen Organisation nicht ausreichend Autorität, um die eigenen Ideen umsetzen zu können.

Trainer geben die Marschroute vor

In League of Legends sind Trainer vor allem für die strategische Vorgehensweise im Spiel und die Auswahl der Helden, die gespielt werden sollen, verantwortlich. Noch heute kommt es oft vor, dass vor einem Spiel bei der Wahl der Helden nicht optimale Entscheidungen getroffen werden.

Das ist in der Regel häufiger der Fall, wenn die Spieler einen zu großen Einfluss darauf haben, da sie sich ihre gesamte Karriere lang vor allem auf die eigene Position konzentriert haben und deswegen nicht in allen Aspekten des Spiels das nötige Wissen besitzen können.

An dieser Stelle kommt der Trainer ins Spiel, der, wie beispielsweise im Fussball, unter anderem für das große Ganze verantwortlich ist und die generelle Richtung vorgibt. Umso vorteilhafter ist es, wenn er einen entsprechenden Hintergrund im gespielten Titel besitzt.

Der Trainer leitet zudem die Fehleranalyse von vergangenen Partien mit dem Ziel, den Spielern eine logische Denkweise in entsprechenden Situationen zu vermitteln, sodass diese Fehler in Zukunft abgestellt werden können.

Ein erweiterter Mitarbeiterstab ist vorteilhaft

Zusätzlich zum Posten des Trainers setzen viele Teams unter anderem auch auf Analysten. Diese beschäftigen sich vor allem mit zukünftigen Gegnern, analysieren ihre Spielweisen und Tendenzen, um geeignete Gegenstrategien zu entwickeln.

Die Spieler von SK Gaming erhielten 2015 von einem Sportpsychologen Unterstützung © Riot Games

Viele Analysten blicken auch in andere Regionen, in LoL vorzugsweise nach Südkorea, um sich von den Besten der Besten verschiedene Vorgehensweisen und Ideen abzugucken und diese, angepasst an die eigenen Spieler, verwenden zu können. Für die erfolgreichsten LoL-Teams sind Analysten unerlässlich.

Einzelne Organisationen gehen sogar noch einen Schritt weiter und setzen auf weiteres Fachpersonal, das im Bereich des Wettbewerbs einen Platz findet. SK Gaming vertraute über einen längeren Zeitraum auf Sportpsychologen, der die eigenen Spieler auch mental unterstützen und ihnen eine neue Sicht vermitteln sollte.

Manager entlasten Spieler

Professionelle eSports-Teams müssen sich mit regelmäßig mit bürokratischer Arbeit auseinandersetzen. Da die Spieler in der Regel nicht die nötigen Kenntnisse und Zeit besitzen, übernimmt dies oftmals der Manager des Teams.

Er kümmert sich vor allem um die Verträge der Spieler, um bürokratische Angelegenheiten im Zusammenhang mit Turnieren und Ligen, um Sponsoren-Deals, um die Planung von Reisen zu Events oder auch um die regelmäßige Ansetzung von Trainingseinheiten mit anderen Teams, wodurch sich die Akteure einzig auf das Spiel sowie auf ihre eigene Leistung und Entwicklung fokussieren können.

S04 hat die nötigen Mittel

Mit Analysten und anderen Fachkräften besetzte Positionen haben sich im eSports bewährt. Die Königsblauen sind hinter dem FC Bayern der zweitgrößte Sportverein des Landes, sodass die finanziellen Mittel, einen erweiterten Trainerstab zu verpflichten, vorhanden sind.

Das neue Team könnte damit das eigene Potential besser ausschöpfen und mithilfe der Erfahrung, die der Verein vor allem im Bereich der Nachwuchsförderung besitzt, die eigene Entwicklung massiv vorantreiben. Schließlich brachte die Knappenschmiede, Schalkes Nachwuchsabteilung, nach der Jahrtausendwende mit Manuel Neuer oder Mesut Özil Fußballer auf Weltklasse-Niveau heraus.

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