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Die Spieler von Fnatic können mit dem Jahr 2016 nicht zufrieden sein © Riot Games

In der EU und NA LCS enttäuschten z.B. Fnatic und Immortals, aber auch Origen lief den Erwartungen hinterher. Wechsel in der Off-Season scheinen unumgänglich.

Die Weltmeisterschaft in League of Legends ist das größte und wichtigste Turnier des Kalenderjahres. Mit Fnatic und Origen haben sich die beiden europäischen Halbfinalisten des vergangenen Jahres nicht qualifiziert, obwohl die Erwartungen vor einigen Monaten noch hoch gewesen sind. Auch Immortals scheiterte in der Qualifikation und muss die eigene Vorgehensweise kräftig hinterfragen.

Fnatic in Scherben

Für viele Fans und Experten war Fnatic die größte Enttäuschung des Jahres. Vom dominanten EU-Team der vergangenen Season war 2016 nicht mehr viel zu sehen. Im Spring Split reichte es zumindest noch für einen dritten Platz, wobei dabei erstmals das Finale der LCS verpasst wurde.

Im wichtigeren Summer Split war es H2k-Gaming, das Fnatic in der ersten Runde der Playoffs mit einem deutlichen 3:0 aus dem Rennen um den Titel warf. Auf den anschließenden Regional Finals kam es allerdings noch viel dicker: Die Unicorns of Love führten den Rekord-Champion der Region regelrecht vor und beendeten damit den Traum von der fünften WM-Qualifikation vorzeitig.

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Es ist klar, dass bei Fnatic Änderungen hermüssen, wenn der Erfolg zurückkehren soll. Erst vor Beginn der Playoffs verließ Luis "Deilor" Sevilla Petit, bis dahin über eineinhalb Jahre Coach des Teams, die Organisation. Es wirkt so, als wäre Jungler Spirit seit der Aussortierung von Gamsu nicht mehr glücklich bei Fnatic. Zudem besteht bei Veteran YellOwStaR nach einem enttäuschenden Jahr die Chance auf ein Karriereende.

Somit würden in einem solchen Fall nur noch Rekkles, mittlerweile das Gesicht des Lineups, sowie eventuell noch Febiven und Kikis verbleiben, wobei Letzterer nicht dafür bekannt ist, lange bei einem Team zu bleiben. Ein vielversprechender Kandidat für die Nachfolge von YellOwStaR wäre der Niederländer Hybrid. Dieser gewann in seinem Rookie-Split mit G2 Esports den Spring Split der LCS und war bei einem katastrophalen Origen einer der wenigen Lichtblicke, bevor er das Team nach dem erfolgreichen Klassenerhalt in der Relegation auf eigenen Wunsch verließ.

Origen benötigt einen Neuanfang

Auch Origen war in den vergangenen Monaten nur ein Schatten seiner selbst. Vom Spring-Finale ging es runter bis in das Relegationsturnier, in dem der Super-GAU noch abgewendet werden konnte. Auch, wenn Gründer und Besitzer xPeke kein gelernter AD-Carry ist, so ist spätestens im Sommer klargeworden, dass der Spanier kein aktiver Spieler sein kann, während er hinter den Kulissen auch seine Organisation lenkt.

Wie bei Fnatics YellOwStaR scheint ein Karriereende zumindest eine sinnvolle Alternative zu sein, denn überzeugen konnte der sympathische Veteran schon länger nicht mehr. Es ist auf jeden Fall sicher, dass er sich in der Off-Season nach einer neuen Bot-Lane umschauen muss. Gleichzeitig muss xPeke daran arbeiten, dem Team wieder Leben einzuhauchen und eine Lösung für die Abhängigkeit des Lineups vom Spanier zu finden, damit Origen nicht zu einem zweiten Cloud9 wird.

Immortals – unter Druck kollabiert

Immortals kann zweifelsfrei als Meister der regulären Saison bezeichnet werden. In beiden Splits erreichte das Team beeindruckende Statistiken von 17:1 und 16:2, verlor anschließend aber jeweils im Halbfinale der Playoffs. Im letzten Match der Regional Finals scheiterte Immortals mit 1:3 an Cloud9 und muss die WM von zu Hause aus verfolgen.

Dabei versäumten es die Verantwortlichen, spürbare Fortschritte während der Spielzeiten zu machen, während Konkurrenten sie überholten. Offensichtliche Baustellen, wie schwache Drafts und die Unfähigkeit, zu adaptieren, brachen dem Team das Genick, sodass das erste Jahr der Organisation als Enttäuschung angesehen werden kann.

Huni deutete bereits an, über einen Wechsel nach Korea nachzudenken. Zudem entpuppte sich vor allem die Bot-Lane als keine große Hilfe, wenn es gegen die besten Teams der Region ging. Immortals-CEO Noah Whinston kündigte Maßnahmen an, um das kommende Jahr erfolgreicher zu gestalten.

Egal, wie der aktuelle Stand bei Fnatic, Origen und Co. ist, alle Teams werden genau hinschauen, wenn bei der WM viele der weltbesten Spieler antreten und sich eventuell für andere Organisationen empfehlen, die bereit sind, ausreichend Geld in die Hand zu nehmen. Die LoL-WM startet am 30. September um 0:30 Uhr und wird auch auf dem deutschen Stream von Summoner's Inn zu sehen sein.

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