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Overwatch Nationalspieler Arthur "EISSFELDT" Marx © Twitter @EISSFELDTOW / Angry Titans

Arthur "EISSFELDT" Marx im Interview über das Spielen im Worldcup, die Overwatch League, sein neues Team Angry Titans und Änderungen die er sich wünscht.

Von Matthias Holländer

Du warst erneut in der deutschen Overwatch-Nationalmannschaft. Wie war das Worldcup-Erlebnis für dich, auch wenn es nicht für die finale Phase gereicht hat?

Blizzard hat sich da viel Mühe gemacht und das hat man auch gesehen. Auch bei den Veranstaltungen wo ich nicht dabei war, also Sydney und Shanghai, hat man gesehen, dass die Organisation top war und dass die Spieler gut behandelt wurden, was auch nicht selbstverständlich ist. Wenn man sich also den Worldcup anschaut, kann man guter Dinge sein für die Overwatch League, weil es ja auch ein Testcase für die kommenden Blizzard-Turniere ist. Was mich ebenfalls positiv überrascht hat ist, dass Blizzard es auch gut beworben hat. Das Spielen an sich hat auch Spaß gemacht, die Jungs von Team Deutschland waren alle top drauf, gab keinen Stress und wir hatten viel Spaß.

Du bist jetzt bei Angry Titans, ein frisches, überwiegend deutsches Lineup mit der Unterstützung von TaKeTV. Wie ist das zustande gekommen?

Der Gedanke war ein komplett deutsches Roster zu bauen um die deutsche Szene zu vertreten. Wenn man nach Frankreich, Schweden oder Finnland schaut, gibt es Top-Teams die aus jeweils sechs Spielern des Landes aufgebaut sind. Das war der Plan, hat allerdings nicht ganz geklappt, weil es einfach nicht genug Spieler gibt, die auf dem höchsten Level spielen können. Wenn man genug Geld hätte, hätte man Spieler wie INTERNETHULK, skipjack oder Nesh aus ihren Verträgen kaufen können. Das ist allerdings nicht realistisch gewesen. Deshalb haben wir die Lücken mit internationalen Spielern gefüllt.

Außerhalb von Contenders gibt es in Europa noch wenige Teams, in Amerika fast gar keine, die noch aktiv sind. Woran liegt das?

Es liegt vor allem daran, dass Blizzard die Turnierszene praktisch im Alleingang blockiert hat. Turnierveranstalter wurden nicht unterstützt und Turniere wurden geblockt. Die Gründe dafür weiß ich nicht, da kann ich nur spekulieren. Das ist aber denke ich der Hauptgrund. Man muss die Szene mit Turnieren unterstützen und wenn es das nicht gibt, gibt es wenig Anreiz für Organisationen Teams zu unterstützen, wenn sie dafür keine Exposure kriegen.

Was erwartest du dir von der ersten Saison der Overwatch League?

Ich freue mich super auf die erste Saison, weil es bisher noch keine wirklich globale Overwatch Liga gab. Es gab vor einem Jahr bei ELEAGUE zumindest im Finale Europa gegen Amerika und es ist immer genial zu sehen, wie die verschiedenen Regionen gegeneinander spielen. Dieses Globale ist für mich das Spannendste und deshalb denke ich, dass es ein Erfolg sein wird. Ich finde auch das regionale Konzept sehr spannend, das man eben seine Stadt, seine Region unterstützt. Damit könnte man versuchen auch Leute mit reinzuziehen, die mit eSports nicht so viel zu tun haben, indem man es eben so verpackt, dass man die regionalen Teams unterstützt. Ich hoffe auch, dass damit die Reichweite des eSports erhöht wird.

In der ersten Saison der Overwatch League werden auch einige südkoreanische Teams dabei sein. Denkst du, dass die Koreaner die Overwatch League erstmal dominieren werden?

Ich denke in der ersten Saison werden die Koreaner noch einen großen Vorteil haben, weil sie sich mit eSports auskennen, die Strukturen haben und teilweise ehrgeiziger sind, als die westlichen Spieler. Im Vergleich zu den restlichen Spielern haben sie auch einen Vorsprung in Sachen Turniererfahrung, unter anderem durch vier Seasons APEX. Diese Turniererfahrung wird ein großer Vorteil für sie sein. Allerdings denke ich, dass nach der ersten Saison viele westliche Teams nachziehen werden, weil sie eben diese Erfahrung sammeln können und sich Teamstrukturen mit Managern und Coaches entwickeln können.

Man hört gelegentlich Kritik aus der Community über Fehler oder Probleme mit dem Spiel, besonders was die Hitreg angeht. Was ist deine Meinung, ist Overwatch in dem Sinne eSports-Ready?

Ja es gibt noch ein paar kleine Probleme, auch mit der Hitreg, aber solche Sachen hast du auch in vielen anderen Spielen. Wo ich in Sachen eSports-Readyness ein Problem sehe, ist beim Spectator-Mode. Da hat sich zwar schon viel verbessert aber für den 0815-Zuschauer ist Overwatch sehr schwer zu verstehen und da müsste man schauen, dass man an den Overlays arbeitet, an der Kamera und dass man versucht dem Zuschauer die hektische Komplexität von Overwatch näher bringt.

Wenn du an Overwatch eine Sache ändern könntest, was wäre es?

Ich würde nichts groß verändern, aber ich würde alle Resourcen in die Entwicklung eines funktionierenden Replay-Systems stecken. Es ist für Teams eines der wichtigsten Tools um sich als Team zu verbessern, neue Taktiken zu entwickeln, Gegner zu kontern und einfach ein Muss für eine kompetitive Szene meiner Meinung nach.

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