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"Life" dominierte die internationale Szene bereits in sehr jungen Jahren © DreamHack - Rikard Söderberg

Die Staatsanwaltschaft in Changwon gab bekannt, dass der eSports-Star "Life" bei einem Turnier mehr als 50.000 Euro für absichtliche Niederlagen erhielt.

Der 19-jährige StarCraft II-Profi ist einer von elf Tätern, die im vergangenen Jahr Wettbetrug bei eSports-Partien betrieben haben sollen. 

Neben Lee "Life" Seung Hyun, der bereits sein Urteil erhielt, wird sich auch sein Kollege Jung "Bbyong" Woo Yong vor Gericht verantworten müssen.

7-fache Preisgeldsumme für zwei Niederlagen

Beim KeSPA Cup, der im Mai 2015 stattfand, winkten dem Erstplatzierten insgesamt 10.000.000 Won, circa 7.780 Euro. 

Life, der als Favorit ins Rennen ging, soll im Rahmen der Best-of-Fives gegen die Spieler "Terminator" und "Dream" jeweils absichtlich eine Karte verloren haben. 

Sein Profit durch Wettbetrug soll sich dabei auf 35.000.000 Won belaufen haben. Damit sahnte Life, der letztlich den dritten Platz erreichte, das Siebenfache des Siegerpreisgelds ab.

70.000.000 Won verbuchte Life als Profit und genau diese Summe muss er nun als Bußgeld zahlen. Des Weiteren wurde er zu 18 Monaten Gefängnishaft auf Bewährung verurteilt.

Seine Karriere als eSports-Profi ist hiermit beendet. Die KeSPA sperrt alle überführten Wettbetrüger auf Lebenszeit für südkoreanische Turniere.

Im Alter von nur 19 Jahren endet also die Karriere eines Spielers, der zweifelsohne als Koryphäe bezeichnet werden kann.

Zwischen 2012 und 2016 erspielte er über 400.000 Euro an Preisgeld. Im Jahr 2014 gewann er die Weltmeisterschaft - nur eine von insgesamt 18 Goldmedaillen bei Premier-Turnieren.

 

Staatsanwaltschaft und KeSPA fordern höhere Strafen

Auch die Wettbetrüger des Teams PRIME wurden vor kurzem für ihre Vergehen zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt.

Die KeSPA, quasi die südkoreanische UEFA für eSports, erklärt sich damit unzufrieden. Man kündigte Anfang April bereits an, dass die KeSPA gegen die involvierten Akteure zusätzliche Zivilklagen folgen lassen werde.

Die Staatsanwaltschaft in Changwon, welche sowohl im Fall rund um Life, als auch in der PRIME-Affäre ermittelte, sprach sich ebenfalls gegen die aktuelle Strafbemessung aus.

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