Baku - Eine Stadt putzt sich heraus.

Wo vor 25 Jahren noch die konstruktivistischen Bauten aus der Sowjetzeit standen, entstehen jetzt moderne Architekturen mit Glasfassaden. Hochmoderne Stadien werden aus dem Boden gestampft.

Die Möglichkeiten in Aserbaidschans Hauptstadt Baku scheinen grenzenlos zu sein. Genau wie die Träume der Bevölkerung.

Erste Europaspiele als Anfang

2015 finden in dem kleinen Land am Kaspischen Meer, in dem es vor Erdöl nur so sprudelt, die ersten Europaspiele der Geschichte statt.

Dann werden über 6000 Athleten in 20 verschiedenen Sportarten LIVE im TV auf SPORT1 um 245 Goldmedaillen kämpfen - und dann wird der ganze Kontinent auf das junge und aufstrebende Land blicken, das erst vor 23 Jahren seine Unabhängigkeit erlangte. (NEWS: European Games LIVE auf SPORT1)

Doch das soll erst der Anfang sein.

Berti Vogts und Song Contest

Bisher war hierzulande von Aserbaidschan vor allem bekannt, dass der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts die Fußball-Nationalmannschaft trainiert und 2012 der Eurovision Song Contest dort stattfand.

Doch das Zehn-Millionen-Einwohner-Land, das geografisch bereits zu Asien gehört, möchte für große weltweite Schlagzeilen sorgen und träumt nach wie vor von den Olympischen Spielen - die bisherigen Bewerbungen für 2016 und 2020 scheiterten jedoch.

Das soll nicht noch einmal passieren.

Viele Baustellen

Die Stadt wimmelt nur so von Großbaustellen. Insgesamt fünf neue Stadien werden für die Spiele Europas gebaut.

An der kilometerlangen Prachtpromenade am Kaspischen Meer, an dem die aserbaidschanische Landesflagge in 160 Metern Höhe im Wind flattert, entsteht eine neue Schwimmhalle, drumherum werden die Tribünen für die Beachvolleyball-, Basketball- und Wasserballarenen hochgezogen.

Ein paar Kilometer weiter im Landesinneren direkt gegenüber vom Athletendorf, das mit seinen verzierten Säulen einer luxuriösen Palastanlage gleicht, prägt das Gymnastik-Stadion das Stadtbild.

Über allem thront das majestätische neue Olympiastadion, an dem 4000 Bauarbeiter Tag und Nacht schuften, um es bis zur Eröffnungsfeier am 12. Juni 2015 fertigzukriegen.

68.000 Zuschauer werden dann im "Baku Olympic Stadium" erwartet, in dem bei der EURO 2020 - wie in München - drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale stattfinden sollen.

Baku als 'place to be'

"Die Perle des Kaspischen Meers" will sich als "authentisch, schön, historisch, modern, artistisch und feierlich" präsentieren.

Baku soll der "place to be" werden. Überall in der Innenstadt, in der sich ein Designerladen an den anderen reiht, hängen Plakate.

Taxen fahren das Logo der Spiele vorbei an noblen Hotels spazieren. Im Stadtzentrum zählt ein Countdown auf einer Kreisverkehrsinsel die Tage runter, bis Baku endlich im Mittelpunkt des Interesses stehen wird und sich der großen Öffentlichkeit als weltoffene, moderne und westliche Stadt zeigen darf.

Beschluss 2012

Bereits 1988 kam bei den Olympischen Winterspielen in Calgary erstmals die Idee für die Europaspiele auf, deren Äquivalente wie die Asien- oder Panamerikanischen Spiele bereits seit 1951 etabliert sind.

Ende 2012 beschloss das Europäische Olympische Komitee (EOC) schließlich in geheimer Abstimmung in Rom die Einführung der Europaspiele mit 38:8 Stimmen bei drei Enthaltungen.

Dafür votierte auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). (NEWS: Europaspiele mit deutschem Team)

Organisatoren mit London-Erfahrung

Davon will Präsident aber nichts wissen.

Um perfekt organisierte Spiele abzuliefern, scheut Staatsoberhaupt Alijew keine Kosten und Mühen.

Der 52-Jährige, vorher NOK-Präsident des Landes, formte ein Organisationskomitee aus Profis, die bereits für die Sommerspiele in London 2012 verantwortlich waren.

SPORT1 sichert sich TV-Rechte

Für Deutschland werden dann etwa 300 Athleten um die Medaillen bei den ersten Europaspielen kämpfen.

"Wir wollen Sportgeschichte für Europa schreiben", betont Clegg.

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