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Ismaning - Die Reise der deutschen Athleten zu den erstmalig ausgetragenen Europaspielen nach Aserbaidschan hat begonnen. 6000 Sportler messen sich dort im kontinentalen Wettkampf.

Die Abenteuerreise des deutschen Teams zur ersten Ausgabe der Europaspiele in Aserbaidschan hat im beschaulichen Ismaning begonnen.

Seit Montag werden hier die 267 Athletinnen und Athleten sowie ihre Betreuer eingekleidet, die der Deutsche Olympische Sportbund für das Multisport-Event in Baku nominiert hat.

Die Spiele steigen von 12. bis 28. Juni, insgesamt reisen rund 6000 Sportlerinnen und Sportler zur Premiere an den Kaukasus.

"Olympischer Charakter" in Baku

Fechterin Britta Heidemann sagte anlässlich eines Medientages von DOSB und SPORT1 als offiziellem Broadcast-Partner: „Ich glaube fest daran, dass das Olympischen Charakter haben wird, und ich freue mich wirklich darauf. Diese Atmosphäre einzuatmen ist für mich die größte Motivation."

Zusammen mit den Tischtennis-Stars Timo Boll und Dimitri Ovtcharov sowie Turner Fabian Hambüchen wird die Olympiasiegerin von Peking 2008 das deutsche Team anführen.

In Rio de Janeiro 2016 könnte sie dann zum vierten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen.

Dürr ist Aserbaidschan-Expertin

Volleyball-Spielerin Lenka Dürr, die die letzten zwei Jahre in Aserbaidschan aktiv war und für die Klubs Igtisadchi und Azeryol Baku auflief, sprach von einer "offenen, großen und lebendigen Stadt", lobte die größtenteils neu gebauten Sportstätten und erklärte: "Das Land ist bereit. Baku und Aserbaidschan freuen sich auf die Spiele."

Volleyball zählt in Baku zu den Disziplinen, in denen Ranglistenpunkte für die Olympiaqualifikation gesammelt werden können. Im Tischtennis, Triathlon und Schießen kann man sich sogar direkt qualifizieren (Hintergrund: Das sind die Europaspiele).

Als offizieller Broadcast Partner wird SPORT1 die Spiele live und exklusiv in Deutschland übertragen.

Auch Beach Soccer und BMX im Programm

Auf dem Programm steht neben den olympischen Kernsportarten wie Leichtathletik und Schwimmen auch Exotisches wie Beach Soccer, BMX und Taekwondo.

Olaf Schröder, Vorsitzender der Geschäftsführung von SPORT1, sagte: „Die Europaspiele werden nicht nur für die knapp 6.000 Athleten eine spannende Premiere, sondern auch für SPORT1. Wir werden das Multisport-Event auch multimedial abbilden – mit einer Rundum-Berichterstattung über alle Plattformen. Mit einem kompetenten Team vor und hinter der Kamera werden wir 17 Tage lang vor allem die deutschen Athletinnen und Athleten bei den Wettkämpfen begleiten und täglich alleine im Free-TV rund sechs Stunden live aus Baku berichten.“

Kontinentale Wettkämpfe für Europa

Die Europaspiele greifen die Idee der kontinentalen Wettkämpfe auf, wie sie die etablierten Panamerikaspiele oder Asienspiele darstellen.

Das Europäische Olympische Komitee plante schon seit Jahren die Einführung von Europaspielen, 2013 wurde die Austragung für das Jahr 2015 beschlossen.

Baku, das zuvor mit zwei Olympiabewerbungen (2016 und 2020) gescheitert war, erhielt als einziger Bewerber den Zuschlag. Das Land Aserbaidschan mit der Hauptstadt Baku am Kaspischen Meer ist als Ausrichter der Spiele angesichts der Menschenrechtslage aber nicht unumstritten.

Dialog mit Menschenrechtsorganisationen

"Die Frage nach den Menschenrechten ist völlig berechtigt", sagte DOSB-Sprecher Michael Schirp am Dienstag: "Es gibt dort einen problematischen Umgang mit der Opposition und kritischen Journalisten."

Man sei daher im "direkten Dialog" mit Organisationen wie "Human Rights Watch" und "Reporter ohne Grenzen".

Für die nächste Ausgabe der Europaspiele 2019 sind die Niederlande im Rennen.

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