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Baku - Die Europaspiele sollen für Vorzeigefechterin Britta Heidemann nur eine Zwischenstation sein auf dem Weg nach Rio. Doch das frühe Aus macht wenig Hoffnung.

Mitte der zweiten Runde brach es aus Britta Heidemann heraus. "Mann, das gibt’s doch nicht", brüllte die Degenfechterin. Der Frustabbau hatte aber nur eine Kurzzeitwirkung.

SPORT1 vor Ort in Baku
SPORT1 vor Ort in Baku © SPORT1/Getty Images

In ihrem Gefecht in der Runde der letzten 32 bei den Europaspielen gegen die Russin Tatjana Andrijuschina kam sie zwar nach klarem Rückstand zwar noch einmal heran. Aber am Ende verlor sie nach einer enttäuschenden Leistung knapp mit 14:15 und verabschiedete sich überraschend früh von der Planche.

Die zuletzt abgerufenen Leistungen in Kombination mit gesundheitlichen Problemen hatten zwar im Vorfeld nicht unbedingt auf eine Medaille hoffen lassen, aber etwas weiter hätte es schon gehen sollen für eines der Zugpferde des deutschen Teams in Baku.

In drei Wochen wird es ernst

"Ich hatte von mir erwartet, dass ich mich hier doch noch mehr zusammenreißen und motivieren kann hier auf der Bahn", sagte sie im Interview mit SPORT1: "Aber besser, mir passiert das hier als bei der WM."

In drei Wochen in Moskau geht es um die Tickets zu Olympia 2016. Ihre vierten Spiele wären es in Rio de Janeiro, es ist das große Ziel der Goldmedaillengewinnerin von Peking 2008. Auch deshalb ist sie überhaupt in Baku angetreten zu diesem ungünstigen Zeitpunkt und trotz des strapazierten Körpers.

Probleme mit dem Schleimbeutel

Dick getaped war ihr linkes Bein, neben langwierigen Achillessehnenproblemen plagt sie eine Schleimbeutelentzündung. Das Training in den nächsten Wochen wird sich weitgehend auf Fahrradfahren, Stabilitätsübungen und Physiotherapie beschränken, erzählte die 32-Jährige.

"Ich wollte hier antreten, um das olympische Feeling zu bekommen", sagte Heidemann, zudem sei ihr etwas Wettkampfpraxis wichtig gewesen. Ohnehin sei klar: "Am Ende kommt es vor allem auf den Kopf an." Es war seit jeher eine der großen Stärken Heidemanns, auf den Punkt da zu sein, wenn es wirklich zählt. Schließlich hat sie neben dem Olympiasieg von Peking auch schon Einzel-Gold bei EM und WM geholt.

Doch das Rennen um die Olympiatickets wird hart. In Moskau muss eine Top-Leistung her, nicht nur von ihr. Die meisten Plätze für Rio werden über die Mannschaftsleistung vergeben.

"Der Druck ist unheimlich groß", weiß Heidemann.  Nach dem schwachen Abschneiden bei den Europameisterschaften in Montreux ist er nun in Baku noch einmal angewachsen. Sie kennt das natürlich. Doch diesmal ist es ihre letzte Chance auf Olympia. 

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