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Baku - Die Judokas und Boxer sammeln fleißig dritte Plätze, hadern zum Teil aber mit umstrittenen Entscheidungen. Trainer Zoltan Lunka sieht "mehr als einen Heimvorteil" für Aserbaidschan.

Der Tag der deutschen Kampfsportler glänzte in Bronze, hinterließ aber gerade bei den Boxern doch einen Beigeschmack.

Bei den Judokas, die in Baku ihre Europameisterschaften austragen, verlief der Auftakt der Wettkämpfe mit dreimal Platz drei bei fünf Startern insgesamt überaus erfolgreich.

SPORT1 vor Ort in Baku
SPORT1 vor Ort in Baku © SPORT1/Getty Images

Mareen Kräh (-52 kg) sorgte mit ihrem klaren Sieg gegen Larisa Florian aus Rumänien für das erste Edelmetall des Judo-Bundes – und konnte gleich zwei Medaillen präsentieren, eine für die Europaspiele, eine für die EM.

"Beide wichtig, beide schön", sagte sie hinterher glücklich, sprach aber auch von einem Wermutstropfen, weil sie sich im verlorenen Halbfinale hatte überrumpeln lassen.

Jubel bei den Judokas

Sebastian Seidl besiegte in seinem kleinen Finale der Gewichtsklasse bis 66 kg den Portugiesen Sergiu Oleinic und jubelte ebenfalls: "Mit Bronze bin ich mehr als gut bedient. Insgesamt war es fürs ganze Team ein super Start. Ich hoffe aber, dass wir noch eine Schippe drauflegen."

Und auch die hoch gewettete Miryam Roper (-57 kg), ehemalige Weltranglistenerste, war nach ihrem Sieg durch Ippon gegen die Französin Automne Pavia "wunschlos glücklich".

Dabei hatte sie bei ihrer Viertelfinal-Niederlage gegen die Ungarin Hedvig Karakas noch "die Nerven verloren und meine Taktik über Bord geworfen" und musste deshalb über die Trostrunde gehen.

Richtig betrübt schaute dagegen Tobias Englmaier drein. In der Klasse bis 60 kg hatte er Vizeweltmeister  Beslan Mudranow aus Russland im Viertelfinale am Rande einer Niederlage, wurde Sekunden vor Schluss aber ausgebremst. Als der Kampf eigentlich unterbrochen schien, setzte Mudranow noch einen Wurf an, der gewertet wurde und für die knappe Shido-Niederlage sorgte.

"Nicht ganz nachvollziehbar"

"Natürlich muss ich das cleverer runterkämpfen", sagte Englmaier hinterher selbstkritisch, meinte aber auch: "Das war für mich schon nicht ganz nachvollziehbar. Scheinbar hatte jemand was dagegen, dass ich weiterkomme."

In der Hoffnungsrunde hatte der 27-jährige Münchner, der das Thema Kampfrichter "nicht weiter vertiefen" wollte, dann gegen den georgischen Ex-Europameister Amiran Papinaschwili das Nachsehen und stand am Ende mit leeren Händen da.

Und auch beim Boxen hatte ein umstrittenes Urteil Anteil daran, dass die Bilanz nicht noch etwas heller glänzte. Das Faustkampf-Trio Hamza Touba, Azize Nimani und Kastriot Sopa verlor geschlossen seine Halbfinals. Dabei war mindestens die Niederlage Toubas gegen Lokalmatador Elvin Mamischsade umstritten.

"Wir sind hier in Aserbaidschan. Der Bundestrainer hat mir gesagt: 20 Meter hinter der Grenze hättest du das Ding gewonnen", sagte Touba.

Der angesprochene Trainer Zoltan Lunka: "Das Urteil sehe ich total anders, ich habe es überhaupt nicht verstanden. Die erste und zweite Runde hat er klar gewonnen. Das ist mehr als ein Heimvorteil.“

Nur noch eine Chance auf Gold

Während die Judokas um die Mitfavoriten Dimitri Peters und Karl-Richard Frey noch richtig durchstarten können, bleibt den Boxern nur noch eine Chance auf ihr erstes Gold in Baku.

Leichtgewichtlerin  Tasheena Bugar steht im Halbfinale und trifft dort am Freitag auf die Französin Estelle Mossely. In einem möglichen Finale droht ihr ein Duell mit Lokalmatadorin Yana Alekseevna.

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