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Baku - Die deutschen Volleyballer kommen ihrem hoch gesteckten Ziel immer näher. Mit dem Halbfinalgegner haben sie noch eine Rechnung offen.

Die Damen um Margareta Kozuch spendeten von der Tribüne kräftig Applaus, als sich das deutsche Herren-Team in der Crystal Hall zum Siegerfoto gruppierte. 

Das große Ziel der Auswahl von Vital Heynen rückt langsam in greifbare Nähe. Mit dem fünften 3:0-Sieg in Folge hat sie ihre Ansprüche auf Gold bei den Europaspielen untermauert.

"Das war sehr wichtig heute", sagte der zufriedene Bundestrainer nach dem am Ende souveränen Viertelfinalsieg gegen Serbien im Gespräch mit SPORT1: "Das Halbfinale war das Minimalziel. Jetzt sind wir bis zum Ende dabei und spielen um die Medaillen."

Mit dem Glück des Tüchtigen

Dabei hatte sein Team in den ersten beiden Sätzen, die beide 26:24 endeten, nicht an der oberen Leistungsgrenze agiert. Außenangreifer Cristian Fromm, mit 19 Punkten Topscorer der Partie, analysierte treffend: "Anfangs hatten wir etwas Glück, sind dann aber clever geblieben, und im dritten Satz brechen die Serben weg."

SPORT1 vor Ort in Baku
SPORT1 vor Ort in Baku © SPORT1/Getty Images

Vor allem der deutsche Block ließ den Gegner im souverän gespielten Schlussdurchgang (25:17) immer wieder verzweifeln. Entscheidend aber war die Nervenstärke in den ersten beiden Sätzen.

"Als es eng war, sind wir sehr ruhig geblieben", freute sich Heynen: "Ich habe nicht gespürt, dass die Mannschaft unter Stress war. Sie hat die nötigen Entscheidungen getroffen und das gut gemacht."

Seine Spieler haben sich festgesetzt in der erweiterten Weltspitze. Was sich auch in der Tatsache äußert, dass sie mit einem so klar wie offensiv formulierten Ziel nach Baku gefahren sind. Das neue Selbstbewusstsein resultiert vor allem aus dem Bonzegewinn bei der WM im letzten Jahr, der ersten WM-Medaille deutscher Volleyballer nach 44 Jahren.

Heynens Wunsch bleibt unerfüllt

Denis Kaliberda, der am Mittwoch seinen 25. Geburtstag feierte, erklärte: "Diese Medaille hat unseren Anspruch verändert. Man muss sich hohe Ziele setzen." Die nächste Hürde aber hätte nach Heynens Vorstellungen aber auch ruhig  etwas niedriger sein können. "Natürlich Frankreich" würde er sich wünschen, sagte er lachend, als der Halbfinalgegner noch nicht feststand.

Doch die Franzosen unterlagen nach dem deutschen Spiel Russland mit 0:3, so dass es am Freitag (16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) zur Neuauflage des Auftaktmatches kommt.

Zu Beginn des Turniers hatte Deutschland eine 1:3-Niederlage gegen die Russen kassiert, erst in der Folge seinen Rhythmus gefunden und dann bis zum Halbfinaleinzug keinen Satz mehr abgegeben.

Dementsprechend groß ist die Motivation gegen den Olympiasieger und Weltranglistenzweiten. Kapitän Jochen Schöps kündigte an: "Mit den Russen haben wir noch ein Hühnchen zu rupfen."

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