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Baku - Es klingt nach Copacabana und Caipirinha, hat seinen Ursprung aber beim sowjetischen Militär und in Wladimir Putin einen Fan. SPORT1 auf Spurensuche eines mysteriösen Sports.

Fünf Buchstaben bewegen die gesamten Europaspiele: Sambo.

SPORT1 vor Ort in Baku
SPORT1 vor Ort in Baku © SPORT1/Getty Images

Was nach Copacabana und Caipirinha klingt, ist eine Kampfsportart mit Ursprung beim sowjetischen Militär der 1920er Jahre. Vergleichbar mit Jiu Jitsu sei die Disziplin, erklärt der rumänische Nationalcoach Gasca Viorel, dazu kommen Elemente des Ringens und des Judo.

In Osteuropa, und bislang nur dort, ist die Kampftechnik, die auch bei den aserbaidschanischen Sicherheitskräften gelehrt wird, äußerst populär. Und genau das würde Viorel gerne ändern: "Die Europaspiele sind eine sehr gute Gelegenheit für Sambo, der Welt zu zeigen, was für ein wunderschöner Sport das ist."

Putin ist Sambo-Fan

Ganz ähnlich sieht das Russlands Staatschef Wladimir Putin, er ist Ehrenpräsident des Weltverbandes. Immerhin über 16.000 Likes hat die 1984 gegründete Sambo International Federation (FIAS) bei Facebook.

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Russlands Staatspräsident Wladimir Putin (l.) und Kampfsport-Legende Steven Seagal weihen einen Sambo-Klub in Moskau ein © Getty Images

Am Montag steigen in Baku die Wettbewerbe, bei denen in je vier Gewichtsklassen insgesamt 72 Männern und Frauen kämpfen. Wie das aussieht? "Improvisation auf der Matte" sei wichtig, sagt Viorel.

Fünf Minuten dauert eine Runde und damit ein Kampf, das Wertungssystem ist ähnlich dem des Ringens und des Judo. Gekleidet sind die Sportler passenderweise in sowohl ein Ringertrikot als auch einen Judogi darüber.

Ostblock dominiert

Neben natürlich Russland und Aserbaidschan sind Weißrussland, Bulgarien, Rumänien, Georgien, Moldawien und die Ukraine die Top-Nationen. Westeuropa ist mit je einem Starter aus Österreich, Spanien und Frankreich vertreten.

Sambo Day 10: Baku 2015 - 1st European Games
Artem Osipenko aus Russland (blau) kämpft mit dem Rumänen Radu Malcic im Viertelfinale in Baku © Getty Images

Besonders das Gastgeberland hat hohe Erwartungen an die Wettbewerbe, die im 5000 Zuschauer fassenden Ringer-Tempel Heydar Aliyev Arena ausgetragen werden. "Wir erwarten Medaillen von allen unseren Athleten", sagt Aserbaidschans Nationalcoach Yagub Abdullayev.

Im Fokus steht dabei unter anderem Amil Gasimov, Weltmeister in der Klasse bis 74kg, der wie so viele aus der Sambo-Hochburg Ganja im Nordwesten des Landes kommt.

"Sambo wird immer populärer"

Besonders rund geht es offenbar bei den Frauen. Viorel, der eine Firma für Personenschutz betreibt, meint sogar: "Die Mädchen sind sehr stark. Wenn sie sich am Handgelenk oder am Knie weh tun, machen sie einfach weiter. Die Jungs zeigen ihren Schmerz. Sie mögen es zu weinen: Oh, tut das weh!"

Allerdings meint er auch: "Sambo wird immer populärer und verdient einen Platz bei den Olympischen Spielen."

Was vielleicht ein bisschen vorschnell ist. Doch immerhin: 2020 in Tokio hofft man als Demonstrations-Sportart auftreten zu dürfen.

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