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Baku - Fabian Hambüchen meldet sich in Baku mit Gold und Silber spektakulär zurück und lässt seinen Emotionen freien Lauf. Der Erfolg einen Youngsters rundet den Tag ab.

Aus voller Kehle schmetterte Fabian Hambüchen die Hymne, bei den letzten Takten schloss er die Augen und genoss einfach den Moment.

Mit je einmal Gold und Silber im Einzel bei den Europaspielen hat sich Deutschlands Vorzeigeturner spektakulär zurückgemeldet und danach seine Emotionen freien Lauf gelassen.

"Es wurde mal wieder Zeit, ganz oben zu stehen und die deutsche Hymne zu hören", erzählte der Fahnenträger von Baku freudestrahlend am SPORT1-Mikrofon: "Ich bin überglücklich, so wieder auf der internationalen Bühne zurückzukommen."

Sein letzter großer Erfolg war Gold bei der EM 2010 mit dem Team gewesen, umso näher ging Hambüchen das Ende dieser Durststrecke. Noch weit nach der Siegerehrung war der 27-Jährige völlig aufgekratzt. (SERVICE: Der Medaillenspiegel und alle deutschen Medaillengewinner im Überblick)

SPORT1 vor Ort in Baku
SPORT1 vor Ort in Baku © SPORT1/Getty Images

Magischer Moment auf dem Podest

"Von den Emotionen her war das einfach der Wahnsinn, was eben in mir abging", sagte er über den magischem Moment ganz oben auf dem Podest: "Ich habe die singenden Kollegen im Hintergrund gehört, und dann wurde es bei mir auch immer lauter. Ein super Gefühl, das habe ich echt vermisst. Wenn ich daran denke, kriege ich schon wieder Gänsehaut."

Silber im Bodenfinale befreite den Kopf und ebnete letztlich den Weg für Gold in der Paradedisziplin am Reck für den leicht gehandicapten Hambüchen.

Als Letzter ging er in den Wettkampf, und er beendete ihn völlig verdient vor dem Griechen Vlasios Maras und Nikita Ignatjew aus Russland.

Dabei waren die Vorzeichen nicht gut gewesen. Eine Verletzung an der linken Hand aus dem Teamwettbewerb und ein wenig auch die Nerven hatten Hambüchen eine unruhige Nacht beschert: "Um halb vier war Schluss. Und da hatte ich alle meine Übungen schon durch geturnt im Traum."

Am Montag geht's zum Arzt

Doch der lädierte linke Mittelfinger, gestärkt und fixiert mit Tape, hielt. Weshalb Hambüchen schon nach dem Silber-Coup am Boden sichtlich gelöst jubelte.

Am Montag nach der Rückkehr in die Heimat geht es mehr oder weniger direkt zum MRT, höchstwahrscheinlich wird dort nur eine Verletzung des Kapsel-Band-Apparates bestätigt werden.

Aber sicher ist sicher, rund vier Monate vor der WM und ein gutes Jahr vor Olympia.

Nächstes Ziel: WM in Glasgow

Die kommenden Aufgaben kann Hambüchen nun wieder voller Elan angehen. "Ich war mental ziemlich platt", sagte er: "Das hier ist eine Riesenmotivation und gibt mir einen richtigen Push fürs restliche Jahr."

Im Oktober misst sich die Weltelite in Glasgow, dort werden auch die Tickets für Rio de Janeiro verteilt.

Nach Bronze 2008 in Peking und Silber 2012 in London hat Hambüchen natürlich noch ein großes Ziel im Hinterkopf: Gold bei Olympia. Doch er weiß, dass es mit der Zeit nicht einfacher wird.

"Rio wird hart"

"Realistisch gesehen sinkt die Medaillenchance", erklärte er und verwies auf die gestiegene Konkurrenz mit unter anderem Maras, natürlich seinem Dauerrivalen Epke Zonderland und dem Chinesen Zhang Cheng Long.

"Rio wird hart", so Hambüchen: "Das Wichtigste ist erst einmal, dass wir da hinkommen. Und das wird schwer genug."

Scheder rundet perfekten Tag ab

Doch allzu weit wollte dann noch niemand vorausblicken an diesem perfekten Tag für das deutsche Turnteam, den die 18-jährige Sophie Scheder abrundete.

Sie belegte nach Silber mit der Mannschaft auch am Stufenbarren den zweiten Platz. (SERVICE: Alle Ergebnisse im Überblick)

"Ich kann total stolz auf mich sein", sagte sie SPORT1 und betonte, wie wichtig ihr neben den Medaillen die Erfahrung gewesen sei: "Ich habe es richtig genossen, hier im Dorf zu sein und mit sich den anderen Athleten auszutauschen. Sich hier für Deutschland präsentieren zu können, ist etwas ganz Besonderes."

Hambüchen kann ein Lied davon singen.

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