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Baku - Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri aus Österreich holen im Duett-Wettbewerb des Synchronschwimmens Silber. Die Zwillinge widmen ihren Erfolg den im Krankenhaus liegenden Teamkolleginnen.

Zwillinge bringt so schnell nichts auseinander, bei Drillingen ist das ganz offensichtlich nicht anders. Wie man Zusammenhalt demonstriert, war am Montag bei den Europaspielen (tägl. LIVE im TV auf SPORT1) beim österreichischen Synchronschwimmteam zu sehen.

Synchronised Swimming - Day 3: Baku 2015 - 1st European Games
Eirini-Marina Alexandri (links) und ihre Schwester Anna-Marie Alexandri widmen ihre Silbermedaille ihren verletzten Teamkolleginnen. © Getty Images

Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri sicherten sich im Duett-Wettbewerb der U-19 Konkurrenz überraschend den zweiten Platz. Nummer drei im Drillings-Bund der griechisch-stämmigen Sportlerinnen, Vasiliki-Pagona, war als Reserve dabei.

In Gedanken bei den verletzten Teamkolleginnen

Den Erfolg widmeten die U-19-Athletinnen ihren bei einem Busunfall in Baku am vergangenen Donnerstag teils schwer verletzten Kolleginnen und verschafften damit der arg strapazierten Seele von Team Austria etwas Linderung.

"Diese Medaille ist für Luna und Vanessa. Schade, dass sie nicht bei uns sein können. Alles Gute nach Wien", sagten die Schwestern unisono nach ihrem Silber-Coup hinter dem russischen Duo Filenkowa/Kulagina. Vanessa Sahinovic war zusammen mit Luna Pajer und einer weiteren Athletin, Verena Breit, am Tag vor der Eröffnungsfeier im Athletendorf von einem Bus angefahren worden.

Sahinovic liegt in einer Klinik in Wien mit multiplen Frakturen und nach Aussagen der Ärzte erheblich betroffener Wirbelsäule im künstlichen Koma. Pajer hatte noch Glück im Unglück, wurde aber ebenfalls ausgeflogen und mit einem Knochenbruch ins Krankenhaus eingeliefert.

Breit startet trotz Schmerzen

Vanessa Sahinovic
Vanessa Sahinovic liegt nach ihrem schweren Unfall noch immer im Krankenhaus © Copyright: twitter.com/Nick Hope

Breit verblieb leicht verletzt in Baku und startete trotz Schmerzen wegen einer Prellung am Bein in der Kombination. "Es war sehr tapfer von ihr zu schwimmen", sagte Anna-Maria:  "Aber sie wollte es für Vanessa und Luna tun." Zusammen mit ihren Schwestern bedankte sie sich für die aufmunternden Nachrichten, die aus der ganzen Welt gekommen seien – "von Australien bis Kanada. Das hat uns Kraft gegeben."

Unterdessen dauert die Untersuchung des Unfalls weiter an, und die Organisatoren der Spiele haben Veränderungen am Transportsystem bestätigt. "Ja, die hat es gegeben", sagte OK-Chef Simon Clegg am Sonntag.

Das System sei überprüft, zusätzliche Poller aufgestellt worden. Daneben wären alle Fahrer erneut gebrieft und an die "sehr klaren Instruktionen" erinnert worden. All das kommt vor allem für Sahinovic natürlich zu spät. Der mentalen Unterstützung  der Alexandri-Schwestern und dem Rest des Teams kann sie sich aber sicher sein.

Trainerin Albena Mladenova fand die richtigen Worte für den couragierten Auftritt ihrer Schützlinge: "Ich denke, sie haben geholfen ein Lächeln zurückzubringen nach diesen schlimmen Tagen."

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