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Baku - Die Europaspiele in Baku sind eröffnet. Die Eröffnungsfeier spiegelte die aserbaidschanische Kultur und Geschichte wider. Eine Nebenrolle hatte Lady Gaga.

Der Höhepunkt zum Schluss, so will es im Normalfall das Drehbuch.

Doch angesichts der Zutaten der gigantischen Eröffnungsfeier der ersten Europaspiele in Baku blieb selbst Megastar Lady Gaga nur eine Rolle im Mittelteil. Am blumenbedeckten Piano sang sie John Lennons "Imagine" und streute danach Kusshände ins Volk, bevor Staatspräsident Ilham Alijew um 22.42 Uhr aserbaidschanischer Zeit die Spiele für eröffnet erklärte.

Das pompöse, zweistündige Programm mit über 2000 Darstellern, viel Tanz, Folklore und Feuerwerk spiegelte die aserbaidschanische Kultur und Geschichte wieder.

Hambüchen trägt deutsche Fahne

Für die 265-köpfige deutsche Mannschaft trug Turn-Star Fabian Hambüchen die Fahne ins Olympiastadion, dessen mutig gewählter Name schon aussagt, wohin das alles führen soll. In den Landesfarben Rot, Grün und Blau erstrahlte der illuminierbare Prachtbau, in dem die größtenteils einheimischen Zuschauer ihren Emotionen freien Lauf ließen. Pfiffe gab es für Armenien, mit dem man sich seit Jahren um die Region Bergkarabach streitet, lauten Jubel für die Türkei, Russland und natürlich besonders das eigene Team.

Die Auswahl des DOSB kam ebenfalls gut weg. „Als ich mit der deutschen Mannschaft und der Fahne ins Stadion eingelaufen bin und das Wort Germany hörte, war es ein Wahnsinnsgefühl“, berichtete Hambüchen: "Ich bin ja einer der Ältesten im Team und nun mit 28 so eine junge Mannschaft anführen und erstmals die Fahne tragen zu können, war eine große Ehre."

Für SPORT1 vor Ort in Baku: Julian Meissner, Nele Schenker, Anett Sattler
Für SPORT1 vor Ort in Baku: Julian Meissner, Nele Schenker, Anett Sattler (v.l.) © SPORT1

"Das war ein echtes Mannschaftsgefühl"

Neben ihm seien die Boxer gelaufen, "ein optimaler Personenschutz", so Hambüchen, der neben den Tischtennis-Stars Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll sowie Fechterin Britta Heidemann zu den populärsten deutschen Startern in Baku zählt: "Das war ein echtes Mannschaftsgefühl."

Unter den 68000 Zuschauern in dem ausverkauften Stadion befanden sich auch der russische Präsident Wladimir Putin und IOC-Präsident Thomas Bach, insgesamt sollen 18 hochrangige  Repräsentanten ihrer Länder vor Ort gewesen sein.

Von Deutschlands politischer Elite dagegen ließ sich niemand blicken im aufstrebenden Land am Kaukasus, das wegen der Menschenrechtslage, mangelnder Pressefreiheit und der enormen Ausgaben für die Spiele im Kreuzfeuer der Kritik steht.

Was den irischen EOC-Boss Patrick Hickey nicht davon abhielt, vom "stolzesten Moment der Geschichte des Europäischen Olympischen Komitees“ zu sprechen. Zuvor hatte Mehriban Alijewa, Präsidentengattin und Vorsitzende des Organisationskomitees, die Eröffnungsfeier zum "Sieg des unabhängigen Aserbaidschan und jedes einzelnen Bürgers Aserbaidschans" erklärt.

253 Goldmedaillen werden vergeben

253 Goldmedaillen werden nun vergeben, bevor am Sonntag, 28. Juni, erneut das Olympiastadion Schauplatz der wohl nicht minder spektakulären Schlussfeier sein wird.

Wobei, wahrscheinlich nicht ganz. Schließlich dauerte es allein drei Monate, die hochkomplexe Bühne für das Schauspiel bei der Eröffnung zu bauen, in drei Tagen soll sie wieder abgebaut sein.

Dabei könnte man sich sogar mehr Zeit lassen. Sportlich wird das Stadion, das 2020 auch Spiele der Fußball-EM beherbergen wird,  in den 17 kommenden Wettkampftagen nur am 21. und 22. Juni  für die Leichtathletik-Wettbewerbe genutzt.

Die ersten sportlichen Entscheidungen überträgt SPORT1 am Samstag ab 9.45 Uhr LIVE im TV und im LIVESTREAM.

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