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Baku - Die Volleyball-Medaillen von Baku kommen ganz schnell in die Vitrine. Die nächsten Etappenziele von Erfolgstrainer Vital Heynen liegen auf der Hand.

Seine Spieler hatten die Medaille noch keine halbe Stunde um den Hals hängen, da hatte Bundestrainer Vital Heynen die Erfolgsprämie schon fest verplant.

SPORT1 vor Ort in Baku
SPORT1 vor Ort in Baku © SPORT1/Getty Images

Natürlich bekämen sie den Bonus, erzählte der redselige Belgier mit dem nach wie vor deutlich hörbaren Akzent, aber nur unter einer Bedingung: "Davon kauft ihr so einen Medaillenkasten. Der muss ganz groß sein. Da hängen jetzt zwei Medaillen drin. Und damit hört es nicht auf."

16.000 Euro gibt es vom DOSB für den Triumph bei den Europaspielen, für die 14-köpfige Mannschaft wohlgemerkt. Da bleibt dann schon gar nicht mehr so viel übrig.

 Der Grund für die Freude beim Team, das im vergangenen Jahr mit Platz drei in Polen das erste deutsche Edelmetall seit 44 Jahren geholt hatte, war also ein anderer.

"WM-Bronze keine Eintagsfliege"

"Wir haben gezeigt, dass WM-Bronze keine Eintagsfliege war, sondern dass wir uns gerade auf europäischer Ebene nicht verstecken müssen", sagte Topscorer Christian Fromm im Gespräch mit SPORT1.

Bulgarien war im Endspiel von Baku nach dem harten Halbfinale gegen Russland vergleichsweise fast leichte Beute. 3:1 hieß es am Ende eines Spiels, das die Auswahl des DVV in Aufschlag, Block und Angriff klar dominierte und sich nur im dritten Satz einen Hänger leistete.

"Phänomenal", freute sich Kapitän Jochen Schöps: "Ein richtig geiles Gefühl, das fette Trumm hier um den Hals baumeln zu haben. Umso schöner ist es, weil wir gesagt haben, wir wollen hier Gold gewinnen und es am Ende geschafft haben."

Mission Gold führt zum Erfolg

Heynen und seine Spieler hatten von Beginn an die Favoritenrolle angenommen und waren mit dem klaren Ziel des Turniersiegs nach Aserbaidschan gereist.

Eine ähnliche Taktik hatte der charismatische Coach, seit 2012 Bundestrainer, schon vor dem Überraschungscoup bei der WM in Polen gefahren, als man stets von einer Medaille redete und dann tatsächlich auf dem dritten Platz landete.

Vergleichen könne man die beiden Erfolge von damals und heute aber nicht, sagte Heynen, nachdem er in der Crystal Hall jedem anwesenden Volunteer zum Dank einzeln die Hand geschüttelt hatte: "WM-Bronze war viel wichtiger, das war ein Durchbruch."

Blicke gehen Richtung EM und Rio

Und wohin geht die Reise als nächstes? Das wisse er noch nicht, es sei noch zu früh für konkrete Ziele, so Heynen: "Aber klar ist: Man geht nicht nach unten mit seinen Zielen, man geht nach oben."

Im Blick ist natürlich zunächst die EM in Bulgarien und Italien im Oktober. Und im Januar geht es dann in einem Qualifikationsturnier um das Ticket für Olympia 2016 in Rio de Janeiro.

Wenn es nach Heynen und seinen Spielern geht, ziehen sie auch dort wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Schließlich bewegen sich die Volleyballer medial abseits der Großereignisse eher im Schatten.

"Jeder Erfolg hilft, gerade so eine Goldmedaille", sagte Fromm: "Natürlich werden wir jetzt nicht über Nacht den Fußball überholen. Aber es ist ein weiterer Fingerzeig, dass Volleyball da ist."

Und wenn der Medaillenkasten sich füllt, fällt ja vielleicht auch die Prämie irgendwann etwas üppiger aus.

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